PKV: Auswahl stabiler Tarife wird immer bedeutender
PKV: Auswahl stabiler Tarife wird immer bedeutender

In puncto Beitragsstabilität entwickeln sich die Angebote der privaten Krankenversicherung (PKV) zunehmend auseinander: Die Schere zwischen schwachen und starken Tarifen öffnet sich spürbar, während das Mittelfeld schrumpft. Zu diesem Ergebnis gelangte das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen mit ihrem Rating zur Beitragsentwicklung der PKV. Dafür untersuchten sie mehr als 1.500 Tarife für angestellte Neukunden. Im Extremfall stieg die Prämie für Männer jährlich um 12,7 Prozent. Daher gehört eine stabile Beitragsentwicklung mittlerweile zu den wichtigsten Kriterien bei Vertragsabschluss. Zudem rechnen Experten insbesondere aufgrund steigender Gesundheitsausgaben auch in Zukunft mit höheren Beiträgen zur PKV.

Gravierende Unterschiede bei PKV-Tarifen

Morgen & Morgen zufolge sei v.a. die Zahl sehr schwacher Tarife enorm angestiegen. In der Folge ergaben sich somit Zusatzkosten von insgesamt 3.430 Euro binnen einer Dekade. Als stabil erwies sich in der Studie dagegen jeder fünfte Tarif zur privaten Krankenversicherung. Die jährlichen Kostensteigerungen beziffern die Experten hierbei für Männer mit 1,3 Prozent bzw. 463 Euro an Mehrkosten in zehn Jahren. Dies sind fast 3.000 Euro weniger als bei einem instabilen Tarif.

Beitragsstabilität als Wettbewerbsfaktor

Angesichts der Meldungen garantieren zahlreiche Versicherer stabile Prämien bis Ende 2012. So haben beispielsweise die PKV-Anbieter Axa, Barmenia, DKV und Hallesche in den reichweitenstärksten Tarifen ihren Versicherten und Neukunden bereits stabile Prämien zugesichert. Auf diese Weise wird die Beitragsstabilität in der privaten Krankenversicherung zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Bei einem PKV-Vergleich vor Vertragsabschluss orientieren sich Neukunden daher nicht mehr nur am Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch an stabilen PKV-Prämien. Auch Morgen & Morgen-Geschäftsführer Martin Zsohar konstatiert: “Die Analyse zeigt, dass die Auswahl eines stabilen Tarifs für die Kunden privater Krankenversicherungen immer bedeutender wird”.

Beitragssteigerung unausweichlich

Trotz allem müssen sich Privatversicherte in Zukunft mit Beitragssteigerungen abfinden, das meinen zumindest Branchenkenner. Als Gründe für die höheren Beiträge benennen die Experten insbesondere den medizinischen Fortschritt, steigende Gesundheitsausgaben sowie die Effekte der demografischen Alterung. Studien belegen zudem, dass bei Privatpatienten bei einigen Leistungen ein mehr als doppelt so hoher Rechnungsbetrag abgerechnet wird. Die Auswirkungen der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) könnte diesen Trend noch verschärfen. Auch die neuen Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung könnten zu weiteren Beitragserhöhungen bei einigen Personengruppen führen.