PKV Beitragsanpassungen für 2013: Auswege für Versicherte
PKV Beitragsanpassungen für 2013: Auswege für Versicherte

Ende November erhalten wieder etliche privat Versicherte Post von ihrer Krankenversicherung, welche sie über die Beitragsanpassungen im kommenden Jahr 2013 informiert. Einige Anbieter haben bereits Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich angekündigt. In bestimmten Tarifen sind auch in diesem Jahr Beitragserhöhungen von bis zu 30 Prozent nicht ausgeschlossen. Besonders hart wird es das Neukundengeschäft treffen. Aber auch Bestandskunden bleiben nicht verschont. Erhöht die Versicherung die Beiträge, können Versicherte in einen Tarif mit vergleichbaren Leistungen wechseln. Ab 2013 wird es jedoch schwierig, solche Tarife überhaupt noch zu finden. Der Grund: Durch die Einführung der Unisex-Tarife werden viele Policen am 21. Dezember geschlossen. Versicherte sollten daher weitere Handlungsoptionen in Betracht ziehen.

Beitragserhöhungen im Bestand fallen moderat aus

Wie Morgen&Morgen versichert, fallen für Bestandskunden die Beitragsanpassungen in der PKV für das Jahr 2013 relativ unspektakulär aus. Zwar hatte eine Stichprobe des Analysehauses von fünf zufällig gewählten Versicherungsunternehmen Beitragssteigerungen von bis 14 Prozent ergeben, jedoch betrifft dies nur bestimmte Tarife und Versicherte. Im Schnitt werden die Beiträge in diesem Jahr um etwa vier Prozent ansteigen. Dies ist deutlich weniger als im Jahr zuvor. Rund um den Jahreswechsel 2011/2012 hatten die Versicherer den Kunden Beitragserhöhungen von bis zu 40 bis 60 Prozent zugemutet.

Unisex-Tarife machen Tarifwechsel komplizierter 

Bisher war es für Versicherte relativ einfach, auf Beitragserhöhungen zu reagieren. Kunden haben in solch einem Fall das Recht auf eine Tarifoptimierung bei der eigenen privaten Krankenkasse. Das reduziert den Beitrag bei gleichen Leistungen. Ab dem 21. Dezember müssen jedoch die bisherigen Policen dem Unisex-Tarif weichen und werden geschlossen. Wer einen Unisex-Tarif hat, kann dann nur noch zu einem anderen Unisex-Tarif wechseln. Für Kunden mit Altverträgen steht diese Option ebenfalls offen. Die neuen Unisex-Policen sind für Männer jedoch deutlich teurer als bisher. Nur für Frauen wird es etwas günstiger. Hinzu kommt, dass die Altersstruktur in den geschlossen Tarifen stetig steigt, weil keine Neukunden mehr aufgenommen werden. Somit sind weitere Beitragserhöhungen in der Privatversicherung vorprogrammiert. 

So können Versicherte monatlich sparen

Kunden, die ihre monatlichen Beiträge effektiv senken wollen, haben verschiedene Handlungsoptionen. So können Betroffene auch einen Wechsel zu einem anderen PKV Anbieter in Betracht ziehen. Hier können jedoch keine Altersrückstellungen mitgenommen werden. Eine vollständige Mitnahme ist nur bei einem Wechsel innerhalb des Unternehmens möglich. Der Anbieter-Wechsel lohnt daher vor allem für Kunden, die erst wenige Jahre bei ihrer bisherigen PKV versichert waren.

Des Weiteren haben Kunden die Option, ihren Selbstbehalt zu erhöhen und damit die monatlichen Beiträge erheblich zu senken. Dies lohnt sich in der Regel aber nur für Selbstständige. Angestellte sollten diesen Schritt genau überdenken. Den Selbstbehalt müssen sie vollkommen alleine tragen. Der Arbeitgeber beteiligt sich im Leistungsfall nicht. In Betracht ziehen können Versicherte auch Leistungskürzungen in ihrem Tarif. Doch Vorsicht –  Leistungen sollten nur gestrichen werden, wenn für den Krankheitsfall genügend finanzielle Rücklagen zur Verfügung stehen.