Alle Jahre wieder müssen privat Versicherte mit Beitragsanpassungen in ihrer privaten Krankenversicherung rechnen. Laut einer Prognose der Kölner Ratingagentur Assekurata werden die Steigerungen für das kommende Jahr im Durchschnitt bei vier Prozent liegen. Das ist zwar weniger als in den Jahren zuvor, jedoch können die Anpassungen im Einzelfall deutlich höher ausfallen. Das war bereits im letzten Jahr der Fall, als besonders die Central ins Visier der Öffentlichkeit gelangte. Steigerungen von bis zu 30 Prozent sind nicht auszuschließen. Besonders betroffen ist auch in diesem Jahr das Neukundengeschäft. Doch auch Bestandskunden müssen mit  Beitragserhöhungen rechnen. Steigen die Beiträge, können Versicherte in einen Tarif zu günstigeren Konditionen wechseln. Ab Dezember 2012 wird dieser Schritt jedoch entscheidend schwieriger. Durch die Einführung der Unisex-Tarife werden viele Tarife für Neukunden geschlossen. Betroffene Versicherte sollten daher weitere Handlungsoptionen überdenken.

Tarifwechsel durch Unisex-Tarife bald schwieriger

Bisher konnten Versicherte ganz unkompliziert auf Beitragserhöhungen reagieren, indem sie innerhalb der Versicherung zu einem Tarif mit ähnlichen Leistungen wechselten. Der Vorteil: Die Altersrückstellung bleibt vollständig erhalten und es wird keine neue Gesundheitsprüfung notwendig. Der Europäische Gerichtshof hatte 2011 jedoch entschieden, dass ab dem 21. Dezember 2012 alle Tarife in der privaten Krankenversicherung geschlechtsneutral („unisex“) berechnet werden müssen. Bisherige Tarife werden daher im Dezember geschlossen, sodass ein Wechsel ab dem Stichtag von einem Unisex-Tarif in einen geschlechtsspezifischen Tarif nicht mehr möglich ist.

Für Männer ist der neue Unisex-Tarif in der PKV deutlich teurer als die bisherigen Policen. Nur weibliche Versicherte können tendenziell sparen. Versicherte in geschlossen Tarifen müssen in den kommenden Jahren zusätzlich mit weiteren Beitragssteigerungen rechnen. Der Grund: In diese Policen werden keine jungen Neukunden mehr aufgenommen, sodass das durchschnittliche Alter Jahr für Jahr ansteigt.

PKV-Wechsel als Handlungsoption

Neben dem Tarifwechsel stehen Versicherten weitere Möglichkeiten offen, um monatlich Geld zu sparen. Für manche Betroffene kommt zum Beispiel der Wechsel zu einer anderen PKV in Frage. Hier muss jedoch beachtet werden, dass die Altersrückstellung nicht mitgenommen werden kann. Der Anbieter-Wechsel ist daher eher für Kunden geeignet, die erst wenige Jahre bei ihrem Anbieter versichert sind.

Sparmgöglichkeiten für Versicherte bei Beitragsanpassungen

Kunden, die einen Wechsel nicht in Betracht ziehen, können gewisse Anpassungen an ihrem Tarifvertrag vornehmen lassen, um so Beiträge zu sparen. So kann der Selbstbehalt erhöht und die monatliche Kostenbelastung beträchtlich gesenkt werden. Dies lohnt sich in der Regel vor allem für Selbstständige. Für Angestellte kann dieser Schritt hingegen ein Nachteil sein. Den Selbstbehalt müssen sie vollkommen alleine tragen ohne, dass sich der Arbeitgeber im Leitstungsfall beteiligt. Möglich sind auch Leistungskürzungen innerhalb des Tarifs. Dies sollte aber nur geschehen, wenn der mögliche Krankheitsfall durch genügend finanzielle Mittel abgesichert ist.