PKV: Sechs Versicherungen kündigen Beitragserhöhung an
PKV: Sechs Versicherungen kündigen Beitragserhöhung an

Ab 1. Januar 2014 kann der Abschluss einer privaten Krankenversicherung kostenintensiver werden. Nach und nach wird bekannt, welche Versicherungen Beitragsanpassungen vornehmen werden. So wird es vermutlich bei der Allianz, der uniVersa, der Barmenia und der Signal Beitragserhöhungen in einigen Tarifen geben. Gleiches gilt für den Münchener Verein und die Gothaer, deren geplante Anpassungen allerdings noch nicht genehmigt sind. Bestandskunden, die in für Neukunden geschlossenen Tarifen versichert sind, sind demgegenüber zunächst nicht von Erhöhungen betroffen. Beitragsanpassungen werden dann vorgenommen, wenn Veränderungen in der Kalkulationsgrundlage eintreten, die die Versicherer vorab nicht absehen konnten. Neben den Folgen der Unisex-Einführung und der Niedrigzinsphase können auch eine erhöhte Lebenserwartung oder eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten solche Änderungen sein.

Wer von der Beitragserhöhung betroffen ist

Neukunden der Allianz müssen ab dem kommenden Jahr mehr zahlen, wenn sie sich für bestimmte GKV-Ergänzungstarife wie beispielsweise den Tarif APO2 entscheiden. Bei der Barmenia wird es vor allem im Tarif VZD1+ teurer, während Neukunden in den Privat-Kompaktschutz-Tarifen uni-intro|Privat 300 und 600 bei der uniVersa künftig tiefer in die Tasche greifen müssen.

Anpassung in Voll- und Zusatzversicherungen

Beim Münchener Verein ist in den Vollversicherungstarifen BC ADVANCE Plus 861 sowie bei den Excellent-Produkten insbesondere bei Kindern mit deutlichen Steigerungen zu rechnen. Kostspieliger werden auch Kurzusatzversicherungen. Leichte Erhöhungen sind ebenso bei den Entlastungstarifen der SIGNAL sowie bei einigen Vollversicherungstarifen der Gothar (MediStart 1 BO und 1 SB) zu erwarten. Die Anpassungen des Münchener Vereins und der Gothaer bedürfen allerdings noch der Genehmigung durch einen unabhängigen Treuhänder. Gleichzeitig können sich viele Versicherte bei den meisten Anbietern aber auch über stabile Beiträge und in Einzelfällen sogar günstigere Prämien freuen.

Handlungsoptionen für Versicherte

Versicherte, deren Versicherung Beitragserhöhungen ankündigt, haben ein Sonderkündigungsrecht und können ihren Vertrag somit noch vor Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Ein Wechsel des Anbieters sollte aber aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Alterungsrückstellungen, neuer Gesundheitsfragen und aufgrund des höheren Eintrittsalters nicht überstürzt werden. Ein Tarifwechsel nach § 204 VVG kann dagegen in einen günstigeren Tarif führen, ohne dass die Sparbeiträge für das Alter verloren gehen. Für Neukunden in der PKV, die vor der Wahl des richtigen Tarifs stehen, sollten die Angebote der Versicherer genauestens vergleichen.