PKV-Unternehmen müssen Verlust von Mitgliedern hinnehmen
PKV-Unternehmen müssen Verlust von Mitgliedern hinnehmen

Seit 2004 wird die "dfg-Liste" geführt. Sie nennt die Anbieter der PKV und ordnet die Unternehmen nach der Anzahl ihrer Versicherten ein. Dabei wird auch nach Vollversicherten, Kooperations- und Zusatzversicherten unterschieden. Der "Dienst für Gesellschaftspolitik" (dfg) ist ein Hintergrunddienst für gesundheitspolitische Fragen. Den eklatanten Image-Verlust der letzten Zeit erklärt der Dienst vor allem mit der oft aggressiven Werbung für neue Kunden. Die deutschen Unternehmen sind dabei aber nicht frei, was die Art ihres Vorgehens angeht. Die Mutterkonzerne der international agierenden Unternehmen geben die Regeln vor. Die Konzerntöchter müssen die vorgegebenen Ziele umsetzen, und auf die Lage der PKV und ihr Ansehen in Deutschland wird dabei keine Rücksicht genommen. Doch trotz dieser Probleme konnte die PKV insgesamt im vergangenen Jahr Erfolge aufweisen.

Erfolg und Probleme nebeneinander

Es gab in der PKV danach mehr neue Mitglieder als durch Todesfälle oder die Entscheidung für die gesetzliche Krankenversicherung ausfielen. Doch beim Blick auf die Details ist zu konstatieren, dass einige Unternehmen der PKV große Probleme hatten. So konnten es von den besten fünf Mitgliedern der PKV drei Versicherer nicht verhindern, dass der Anteil der vollversicherten Mitglieder deutlich zurückging. Das betrifft die Central, die DKV und die Allianz. Sie verloren innerhalb eines Jahres zwischen 11.000 und fast 15.000 Versicherte. Die Debeka aber konnte wieder einmal den Spitzenplatz in der Bewertung der PKV-Firmen einnehmen. Sie führt in der aktuellen Liste des Jahres 2011 das Ranking an und steht bezogen auf den gesamten Zeitraum seit Erscheinen der Liste auf dem zweiten Platz.

Debeka wieder vorn  

Die aktuelle Liste jedoch führt die Debeka auf Platz 1 an, gefolgt von der DKV und der AXA auf Platz 3. Für den Zeitraum zwischen 2007 bis 2012 kann die deutsche Tochter des französischen Konzerns AXA sogar den ersten Platz belegen. Seit 2007 konnte das Unternehmen rund 500.000 neue Verträge zur Krankenvollversicherung abschließen. Die dfg macht weiter klar, dass die Central Krankenversicherung mit großen Problemen zu kämpfen hat. Das Tochterunternehmen des italienischen Versicherungskonzerns Generali hat innerhalb eines Jahres über 14.600 Versicherte verloren. Auch bei anderen privaten Krankenversicherungen wie der DKV und der Allianz schlagen große Rückgänge zu Buche.

Zusatzversicherungen sind das Geschäft der Zukunft

Anders sieht die Lage bei der DKV aus, wenn es um Zusatzversicherungen geht. Hier boomt das Geschäft, und das Kölner Unternehmen steht dabei auf dem ersten Platz. Auch die Allianz konnte hier große Zuwächse verzeichnen, während die Vollversicherungen eher rückläufig sind. Nach Aussage des dfg-Chefredakteurs Wolfgang Lange ist das Geschäft mit den Zusatzversicherungen bei allen 45 privaten Krankenversicherungen generell im Aufwind. Diese Entwicklung wirf ein Schlaglicht auf einen möglichen Wandel der Branche. Die Vollversicherungen verursachen hohe Kosten, während das Geschäft mit den Zusatzversicherungen gute Gewinne verspricht.

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