PKV-Verband: 14 Prozent mehr Honorare für Zahnärzte möglich
PKV-Verband: 14 Prozent mehr Honorare für Zahnärzte möglich

Die rund 85.000 bundesweit praktizierenden Zahnärzte können sich durch die Neugestaltung ihrer Gebührenordnung künftig auf höhere Honorare freuen, als ursprünglich von der Bundesregierung angekündigt. Davon geht der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) aus, heißt es in einem Onlinebeitrag der “Ärzte Zeitung”. Demnach rechnet der Verband mit einem Mehrhonorar für die zahnärztliche Versorgung von mindestens 14 Prozent. Der ehemalige Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sprach damals lediglich von einer Erhöhung um sechs Prozent. Die Novellierung der Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und für Zahnärzte (GOZ) stammen aus den 1980er Jahren und gelten als veraltet. Entsprechende Reformen sind in der Vorbereitung. Nicht nur die Privatpatienten, sondern auch gesetzlich Versicherte müssen sich künftig auf höhere Kosten für Zahnbehandlungen einstellen.

Unterschiedliche Schätzungen

Das Gesundheitsministerium hatte im März dieses Jahres, in Bezug auf die Novellierung der GOZ, angekündigt, dass die technisch notwendigen Anpassungen in der neuen Gebührenordnung voraussichtlich zu einer Honorarsteigerung von etwa sechs Prozent führen werden. Laut PKV-Verband ist das Ministerium jedoch bei ihrer Schätzung davon ausgegangen, dass die Zahnärzte in Zukunft seltener als bislang den 2,3-fachen Regelhöchstsatz überschreiten werden, berichtet die Ärzte Zeitung online.

Klagen der Zahnärzte unangebracht

“Alle Erfahrung zeigt, dass im Gegenteil immer öfter immer höhere Steigerungssätze angewendet werden”, erklärte Verbandssprecher Stefan Reker gegenüber der Tageszeitung für Ärzte. Bezogen auf den Umsatz habe sich der Einsatz von Steigerungsfaktoren über dem 2,3-Fachen der Jahre 2000 bis 2009 um fast 65 Prozent erhöht. Bleibe es bei diesem Trend, kämen auf die sechs Prozent ein weiteres Honorarplus von acht Prozent, so Reker weiter. Zudem sei zu erwarten, dass die Zahnärzte auch bald zu einzelnen Gebührenpositionen “Abrechnungsoptimierungen” entwickeln werden, die zu einer weiteren Kostensteigerung führen werden. Daher seien seiner Meinung nach die  Klagen der Zahnärzte über einen angeblich zu geringen Honorarzuwachs vollkommen unangebracht. 

Unzufriedenheit über GOZ-Novelle

Hintergrund: Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) war mit der Neugestaltung ihrer Gebührenordnung unzufrieden, da sie ihrer Meinung nach die Kostenentwicklung der letzten zwanzig Jahre völlig ignoriere. Dagegen sieht der PKV-Verband kein Nachholbedarf beim Honorarvolumen der Zahnärzte, da Honorare aus der GOZ seit Jahren bereits überdurchschnittlich gestiegen seien. Auch die geforderte “Öffnungsklausel” für eine verbesserte Wettbewerbssituation blieb seitens der Bundesregierung unberücksichtigt.

 Höhere Kosten für gesetzliche und private Krankenversicherung

Die neue Gebührenordnung, die sich auf die Abrechnung von privaten Leistungen bezieht, kann sowohl für privat Versicherte als auch für Kassenpatienten gleichermaßen teuer werden. Für letztere werden all jene Behandlungen teurer, die ihre jeweilige Krankenkasse nicht übernimmt. Dies sind beispielsweise aufwendige Zahnfüllungen, Kronen sowie Zahnimplantate.