PKV-Verband pocht auf Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung
PKV-Verband pocht auf Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung

Laut dem Koalitionsvertrag müssen bei der geplanten Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) auch die Kostenentwicklungen der letzten Jahre berücksichtigt werden. Die Vergangenheit hat den stärkeren Anstieg der Leistungsausgaben im privaten Krankenversicherungssystem im Vergleich zu dem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gezeigt. Dies gelte speziell im Hinblick auf die ärztlichen Leistungen im ambulanten Bereich, so der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV). Vor diesem Hintergrund hat die PKV ein Reformkonzept für die Gebührenordnung für Ärzte erstellt, das vor allem die ärztlichen Rechnungen für die Patienten deutlich transparenter machen soll. Das Konzept umfasst fünf Kernpunkte und soll dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) als Grundlage zur Diskussion dienen.

Mehr Transparenz und Stärkung der Patienten

Die Private Krankenversicherung fordert transparente betriebswirtschaftliche Kalkulationen sowie eine eindeutige Trennung zwischen ärztlichen und technischen Leistungen in dem Konzept. Die Integration medizinischer Innovationen solle zeitnah und unabhängig geschehen. Zudem betont der PKV-Verband die Notwendigkeit, die persönliche ärztliche Zuwendung zu den Patienten deutlich zu stärken. Nicht zuletzt sollten im Sinne der Transparenz für die Patienten Leistungskomplexe das zusammenfassen, “was bei einer Behandlung zusammengehört”, so der PKV-Verband.

Umstieg auf Kapitaldeckung in Pflegeversicherung

Der Koalitionsvertrag zeigt die Notwendigkeit auf, “neben dem bestehenden Umlageverfahren eine Ergänzung durch Kapitaldeckung, die verpflichtend, individualisiert und generationengerecht ausgestaltet sein muss” zu schaffen. Um dem demographischen Wandel angemessen Rechnung zu tragen, sei der Umstieg auf eine staatsferne Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung unabdingbar, so der PKV-Rechenschaftsbericht für das Jahr 2010. Nur mit diesem Vorsorgemodell seien die absehbar ansteigenden Pflegekosten zu aufzubringen. Andernfalls würde die “Lastenverschiebung der umlagefinanzierten Pflegeversicherung auf die nachfolgenden Generationen ungebremst fortgesetzt”. Sowohl eine freiwillige als auch eine verpflichtende Ergänzung der Umlagefinanzierung (GKV) durch Kapitaldeckung (PKV) stellen nach Ansicht des Verbandes einen sinnvollen Weg zu einer nachhaltigeren Gestaltung der Pflegeversicherung dar.

Leistung und Qualität der Pflege im Fokus

Auch die Leistungs- und Qualitätsfragen werden im Rahmen der Pflegeversicherungsreform von großer Bedeutung sein. Vor diesem Hintergrund hat die private Krankenversicherung die gemeinnützige Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ sowie die private Pflegeberatung COMPASS ins Leben gerufen. Das Engagement solle insbesondere “um die aktive Beteiligung an der Qualitätsprüfung von Pflegeheimen ausgebaut werden”, so der PKV-Verband in seinem Rechenschaftsbericht.