PKV Wechsel für Angestellte ab 2011 deutlich einfacher
PKV Wechsel für Angestellte ab 2011 deutlich einfacher

Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nimmt Gestalt an. Nach langem Tauziehen um die Finanzierung der Krankenkassen hat die Bundesregierung ihre Pläne nun in Gesetzesform gegossen. Die Reform sieht unter anderem vor, den Wechsel in die private Krankenversicherung für Angestellte zu erleichtern, indem die Drei-Jahresfrist verkürzt wird. Angestellte mussten bisher drei Jahre hintereinander ein Bruttogehalt über der sogenannten Versicherungspflichtgrenze jährlich vorweisen, bevor ein Wechsel möglich war. Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Wartezeit ab 2011 nur noch ein Jahr betragen. Es soll sogar eine Übergangsregelung gelten, wonach Angestellte 2010 nur einmalig die Versicherungspflichtgrenze überschreiten müssen und dann zum Januar 2011 sofort in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln können.

Auswirkungen für versicherte Angestellte

Freiwillig versicherte Angestellte profitieren von der Neuregelung, da sie mehr Wahlmöglichkeiten der Krankenversicherung haben werden. Die gesetzlich Pflichtversicherten haben durch die Neuregelung dagegen keine unmittelbaren Nachteile zu befürchten.

Die Krankenkassen müssen allerdings mit einer erhöhten Abwanderung von freiwillig Versicherten rechnen. Besonders Krankenkassen mit einem hohen Anteil freiwillig Versicherter dürften davon betroffen sein. Dazu gehört unter anderem die Techniker Krankenkasse. Die Techniker Krankenkasse sprach von 110.000 Personen, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung austreten könnten. Das wären zwar fast 40 Prozent mehr als 2009, allerdings nur etwa 0,2 Prozent der gesamten beitragspflichtigen Mitglieder der Krankenkassen. Allerdings könnten laut TK-Chef Norbert Klusen der gesetzlichen Krankenversicherung dadurch 500 Millionen Euro fehlen. Rösler bezifferte die Mindereinnahmen dagegen auf 200 Millionen Euro.

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Sonderregelung: Wechsel schon 2010 möglich

( Werbemittel: ADD-NEWS-CONTENT-1 )Für 2010 soll eine Sonderregelung gelten. Indem das Gesetz zum 31. Dezember dieses Jahres in Kraft tritt, soll Angestellten die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht und damit der Wechsel in die PKV sofort möglich gemacht werden, obwohl sie die dreijährige Wartefrist nicht erfüllen. Voraussetzung ist allerdings das Überschreiten der aktuellen Versicherungspflichtgrenze von 49.950 Euro (4.162,50 monatlich). Ab 2011 gilt dann die Wartefrist von einem Jahr. Diese hatte bereits bis 2006 Bestand, wurde jedoch von der damaligen Regierung unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ab 2007 auf drei Jahre verlängert. 

Ärzteverband begrüßt die Reform

Die Bundesärztekammer hat die Reformpläne grundsätzlich begrüßt. In einer Vorstandssitzung der Bundesärztekammer bezeichneten BÄK-Chef Jörg-Dietrich Hoppe und Gesundheitsminister Philipp Rösler den vorgelegten Gesetzentwurf für das geplante GKV-Finanzierungsgesetz als einen “wichtigen und richtigen Schritt”.

Neben der vereinfachten Wechselmöglichkeit von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung umfasst das Reformvorhaben auch eine Neuordnung der Ärztehonorare, die Einschränkung der Wahltarife und die Ausweitung der Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Gerade im letzten Punkt könnte die gesetzliche Krankenversicherung unruhigen Zeiten entgegensehen, denn die Zusatzbeiträge haben schon in diesem Jahr für eine große Wechselwelle gesorgt. Profiteure waren Krankenkassen ohne Zusatzbeiträge.

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