Laut einer aktuellen Studie von Steria Mummert Consulting, einem Anbieter für Management- und IT-Beratung, zielen sieben von zehn einbezogenen PKV-Unternehmen darauf ab, mit Hilfe von effizienteren Leistungsbearbeitungsprozessen die Zufriedenheit ihrer Versicherten zu verbessern. Vom Eingang der Rechnungen bis zur Prüfung und anschließenden Abrechnung sollen etwa bei einfachen Leistungsfällen sämtliche Vorgänge automatisiert ablaufen. Die private Krankenversicherung wirkt in Gestalt ihrer Unternehmen bereits seit mehreren Jahren daraufhin, dass die Prozesse ihrer Leistungsbearbeitung automatisiert werden. Der Einsatz der in Fachkreisen als Dunkelverarbeitung bekannten Methodik erfolgt bislang aber erst von 20 Prozent der PKV-Anbieter. Die übrigen Unternehmen sind aktuell noch in der Phase der Planung oder Umsetzung. Die Branche sieht hier generell noch Handlungs- und Optimierungsbedarf.

Gesetzte Ziele bisher nur unvollständig erreicht

Nach Studienangaben machen sieben von zehn privaten Krankenversicherungen in der Zielerreichung der automatisierten Leistungsbearbeitung Verbesserungspotenzial aus. Demnach seien die gesetzten Ziele, das heißt verringerte Ausgaben in der Verwaltung sowie eine gesteigerte Zufriedenheit der PKV-Versicherten, bislang nicht komplett erreicht worden. 

Produktivitätserhöhung und Einsparungen in PKV möglich

Herbert Oberländer, bei Steria Mummert Consulting als Experte für die private Krankenversicherung und Senior Executive Manager tätig, sieht in dem vorbenannten Automatisierungsprozess bei Standardfällen die Möglichkeit, die Produktivität in der PKV wesentlich nach oben zu korrigieren. Abhängig vom “Industrialisierungsgrad lassen sich Produktivitätssteigerungen von 20 Prozent umsetzen", konstatiert Oberländer. Darüber hinaus würden weitere Automatisierungsmaßnahmen erhebliche Potenziale für Einsparungen in der privaten Krankenversicherung bieten.

Wie privat Versicherte profitieren können

Für die Versicherten bietet die Automatisierung in der Leistungsbearbeitung der PKV-Unternehmen nicht nur die Möglichkeit einer zügigeren Bearbeitung ihrer Ansprüche, so der Experte Oberländer. Zudem könnten mit dieser Methodik die Beiträge zur privaten Krankenversicherung “möglichst stabil gehalten werden”. Wie die Studie zur Leistungsbearbeitung in der PKV des Weiteren offenlegt, verwenden siebzig Prozent der privaten Krankenversicherungen bereits eine Software zur Prüfung der Ansprüche, die von Seiten der Erbringer medizinischer Leistungen gestellt werden. Allerdings gilt dies offenbar noch nicht für sämtliche Leistungsbereiche. Unter anderem bei der Prüfung zahnärztlicher Leistungen wird noch ein erheblicher Nachholbedarf ausgemacht.