Beitragserhöhung
Bald Beitragserhöhung in der PKV? © panthermedia.net / Randolf Berold

Nachdem es um die Debatte steigender Beiträge für Privatversicherte in den vergangenen Jahren eher ruhig geblieben ist, sorgen nun höhere Ärztehonorare für neuen Zündstoff. Beiträge könnten dadurch demnächst ansteigen. Weiter befeuert wird die Debatte durch das niedrige Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt.

Honorarreform ab Herbst 2016

Für Aufregung sorgt derzeit die Meldung über Verhandlungen der privaten Krankenversicherungen mit Ärztevertretern über deren künftige Honorare über die Gebührenordnung (GOÄ). Gemäß eines Berichts der “Bild” haben die Ärzte deutliche Honorarsteigerungen durchsetzen können, die nach Einschätzung des CDU-Gesundheitsexperten Michael Hennrich zu deutlichen Beitragserhöhungen für die Versicherten führen könnten (bis zu 20 Prozent). Umgehend dementiert wurde diese Einschätzung vom PKV-Verband: Man befinde sich derzeit noch in den Verhandlungen mit den Ärzten. Der Bild-Bericht gebe noch den Stand der “Eingangsforderungen” der Ärzte wider. Man sei sich aber inzwischen näher gekommen: Die Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherungs-AG Birgit König erklärte: „Dieser ärztlichen Eingangsforderung steht die Forderung einer Absenkung der Bewertungen der Leistungen der neuen GOÄ seitens der PKV gegenüber.“ Sowohl König als auch der Ärzte-Verhandlungsführer Theodor Windhorst sind sich einig, dass es “für Aussagen über die Auswirkung der GOÄ-Reform sowie deren generelle Auswirkung auf die künftige Honorarentwicklung im privatmedizinischen Bereich” derzeit noch zu früh sei.

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Niedrige Zinsen belasten das PKV-System

Außerdem sind private Krankenversicherungen vom derzeitigen Niedrigzinsumfeld betroffen. Nicht alle Versicherungen sind aktuell in der Lage, für die Versichertenbeiträge die geforderten 3,5 Prozent am Kapitalmarkt zu erwirtschaften, um damit Rücklagen für die Zukunft zu bilden. Die Branche gibt sich dennoch gelassen. Das wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) geht davon aus, dass auch im Niedrigzinsumfeld die Grundlegenden Vorteile des privaten Systems erhalten bleiben.

Bekräftigt wird diese Aussage durch Debeka-Chef Roland Weber: Es sei ärgerlich, dass Sparer unter dem Niedrigzins leiden, äußerte er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Auswirkungen im Systemwettbewerb mit der gesetzlichen Krankenversicherung hält er angesichts steigender Zusatzbeiträge für Kassenpatienten dennoch für “nicht gravierend”.

Beitragserhöhungen der Gothaer und universa

Aktuell haben zwei private Krankenversicherungen steigende Beiträge für Neukunden angekündigt. Bei der Gothaer soll es zum 1. Januar in der Vollversicherung durchschnittlich 2,47 Prozent mehr kosten (derzeit noch ungenehmigte Anpassungen). Allerdings überwiegen Beitragsgarantien und sogar vereinzelte Preissenkungen sind angekündigt.

In der universa wird es ebenfalls zum 1. Januar 2016 neue Preise geben. Betroffen sind vor allem die Vollversicherungstarife uni-VE 2000G/H. Über alle Tarife betrachtet, wird die Beitragsanpassung für Neukunden im Durchschnitt 4,36 Prozent betragen. Für Bestandskunden gibt es noch keine Meldungen über steigende Beiträge.