Provisionsdeckelung: Konsequenzen für PKV-Wechsel
Provisionsdeckelung: Konsequenzen für PKV-Wechsel

Viele Versicherungsexperten sind sich darin einig, dass die wachsenden Provisionen, die die Unternehmen der privaten Krankenversicherung ihren Vermittlern für den Abschluss eines Vertrages auszahlen, für die Beitragserhöhungen in der PKV verantwortlich sind. Zum Teil erhalten die Vermittler bis zu achtzehn Monatsbeiträge Provision von den Assekuranzen. Zum 1. April des kommenden Jahres soll diese Vorgehensweise ihr Ende finden. PKV-Vermittler dürfen dann maximal neun Monatsbeiträge als Provision erhalten. Die gesetzliche Regulierung des PKV-Marktes erfolge in enger Abstimmung der Politik mit der Wirtschaft, so der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Flosbach. Ziel sei ein “sauberer Markt für die Vermittlung von privaten Krankenversicherungen”, so Flosbach. 

Versicherungsbranche dankbar für gesetzlichen Eingriff

Die Versicherungsbranche steht den politischen Eingriffen in den PKV-Markt laut Angaben des Politikers Flosbach positiv gegenüber. Clemens Muth, Vorstandschef der DKV, gab gegenüber einer Berliner Zeitung an, die private Krankenversicherung sehe sich im Angesicht eines "exzessiv gewordenen Provisionswettlaufs". Bei den intensiv geführten Debatten um die Begrenzung der Vermittlerprovision in der privaten Krankenversicherung geht es nicht nur um den Ruf der PKV-Branche sondern auch um den eines ganzen Berufsstandes. In diesem Zusammenhang ist es dem Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), Michael H. Heinz, ein besonderes Anliegen zu unterstreichen, dass der BVK die Exzesse einiger PKV-Vermittler “scharf” verurteilt.

Mißbrauch beim PKV-Wechsel soll verhindert werden

Bei den betreffenden Versicherungsvermittlern handele es sich jedoch um eine klare Minderheit, so Heinz. Parallel zur Begrenzung der Vermittlerprovision hat der Bundestag auch die Stornohaftung von zwei auf fünf Jahre verlängert. Der Reiz der Vermittler, permanent Provisionen zu erhalten, soll damit geschmälert werden. Laut der ab April gültigen Regelung müssen künftig circa drei Fünftel der Vermittlerprovision wieder zurückgezahlt werden, wenn der Versicherte seinen Vertrag bereits ungefähr zwei Jahre nach Abschluss wieder kündigt. Bislang animierten einige Versicherungsvermittler Kunden einer gesetzlichen Krankenkasse zunächst zu einem Wechsel in die private Krankenversicherung. Noch während der ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit erhielten die Versicherten dann erneut den Ratschlag zu einem PKV-Wechsel, diesmal von einem Unternehmen zum anderen. Primäres Ziel von derlei Beratungen ist es nicht, auf Grundlage eines ausführlichen PKV-Vergleichs den Anbieter bzw. Tarif zu finden, der für den Kunden am besten ist. Hier stehen der Eigennutz und somit höhere Profite für den Vermittler im Vordergrund.

BdV: Laufzeitprovision für PKV-Vermittler sinnvoll

Um die Motivation der Vermittler zu erhöhen, den Versicherten aus den verschiedenen Tarifen der PKV ein exakt auf ihre individuelle Situation zugeschnittenes Angebot zu unterbreiten, hat sich der Bund der Versicherten (BdV) für die Einführung einer Laufzeitprovision ausgesprochen. Zum Vorteil der PKV-Kunden solle die Laufzeitprovision die Abschlussprovision ersetzen, so der BdV.