Rösler für bessere Absicherung der pflegenden Angehörigen
Rösler für bessere Absicherung der pflegenden Angehörigen

Ulrike Mascher, Verbandspräsidentin des VdK, möchte für bessere Bedingungen für die pflegenden Angehörigen sorgen, denn bisher verfügen diese über keinerlei Lobby. Nach aktuellen Zahlen des VdK sind derzeit vier Millionen Menschen mit der häuslichen Pflege eines Angehörigen beschäftigt –finanzielle Unterstützung aus den Pflegekassen erhalten davon jedoch nur 1,5 Millionen Personen. Vor allem die Demenzkranken erhalten oft keine Pflegestufe und haben kein Anrecht auf Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Der VdK setzt sich daher ein, die Leistungen dem aktuellen Bedarf einer Person anzupassen. Auch die Rentenansprüche der pflegenden Angehörigen sollen verbessert werden. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat seine Unterstützung auf der Eröffnungsveranstaltung der Kampagne zugesagt. Häusliche Pflege habe Vorrang zur stationären Einweisung. Deshalb müsse man die Angehörigen entlasten und unterstützen.

Bisher keine genauen Pläne

Konkrete Vorschläge zur Verbesserung kann Rösler jedoch noch nicht machen. Zunächst müsse man Diskussionen über grundsätzliche Bedingungen führen. Erst wenn man sich gesellschaftlich geeinigt hat, wie viel man für die Pflege aufbringen kann, könne man über die eigentlichen Maßnahmen sprechen. Man kann sicherlich nicht auf alle Forderungen eingehen, denn man stehe unter dem Zwang der Finanzierung der Pflegeversicherung. Den Aufbau einer privaten Pflegezusatzversicherung lehnt Ulrike Mascher ab. Als Schlussfolgerung aus der Finanzkrise versteht sie nicht, wie man die Kapitaldeckung zur Absicherung eines Lebensrisikos nutzen könne.

Anrecht auf Rente soll verbessert werden

( Werbemittel: ADD-NEWS-CONTENT-12 )Im Hause des VdK stellt man jedoch schon konkrete Forderungen auf. So soll die Zeit für die Pflege eines Angehörigen zukünftig auf die Rente angerechnet werden, ähnlich wie bei der Erziehung eines Kindes. Ebenso muss über eine Lohnersatzleistung wie das Elterngeld nachgedacht werden. Das vorgeschlagene Modell der Pflegeteilzeit reicht für Mascher nicht aus. Die Pläne der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sehen vor, dass pflegende Angehörige für maximal zwei Jahre die Hälfte arbeiten und dafür 75 Prozent des Lohnes erhalten. Danach arbeiten sie wieder voll zu 75 Prozent des Gehaltes, bis das Zeit-Lohn-Konto ausgeglichen ist.

Pflege ohne pflegende Angehörige nicht denkbar

Für Mascher ist vor allem die zweijährige Frist zu knapp bemessen. In den meisten Fällen sind fünf bis acht Jahre notwendig. Die Pflege sei ohne pflegende Angehörige in Deutschland nicht mehr denkbar. Würde es nur noch professionelle Fachkräfte geben, entspräche dies Lohnkosten von 75 Milliarden Euro jährlich. Bis 2030 könnte der allgemeine Beitragssatz zur Pflege so von 1,95 Prozent auf 4,5 Prozent ansteigen. Doch die Zahl der pflegenden Angehörigen ist rückläufig.

Mehr Unterstützung und Anerkennung für Angehörige

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt seit Jahren an. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Heimbewohner um 18 Prozent gestiegen. In derselben Zeit betreuen die ambulanten Pflegedienste 14 Prozent mehr Menschen in den eigenen vier Wänden. Die häusliche Pflege hat insgesamt jedoch um fünf Prozent abgenommen. Ohne eine verbesserte Unterstützung der pflegenden Angehörigen würde diese Tendenz immer mehr fortgesetzt. Philipp Rösler sieht dies ähnlich. Die pflegenden Angehörigen müssen unterstützt werden, um die häusliche Pflege weiterhin zu gewährleisten. Es sei jedoch nicht immer einfach, vorausschauende Investitionen politisch durchzusetzen.