Schätzerkreis: Krankenkassen kommen vorerst mit Geld aus
Schätzerkreis: Krankenkassen kommen vorerst mit Geld aus

Heute Nachmittag hat der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Schätzerkreis) seine Prognose für die Krankenkassen-Finanzen für 2011 abgegeben. Demnach stehen den Krankenkassen Rekordausgaben in Höhe von 178,9 Milliarden Euro bevor. Diese werden nach Einschätzung des Expertengremiums vollständig durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds gedeckt werden können. Der Gesundheitsfonds wird der Schätzung zufolge 181,1 Milliarden Euro aus den Beiträgen der Versicherten sowie aus Steuerzuschüssen einnehmen. Der zusätzliche Bundeszuschuss in Höhe von zwei Milliarden Euro soll demzufolge zum Aufbau von finanziellen Reserven genutzt werden.

Schätzerergebnis für 2011

Der Schätzerkreis hat in der Prognose für 2011 bereits die Auswirkungen durch das sogenannte GKV-Finanzierungsesetz und die damit verbundenen Beitragserhöhungen zum 1. Januar 2011 berücksichtigt. Der Beitragssatz soll demnach von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen. Das Gesetz befindet sich seit heute zur Beratung im Bundestag und soll noch im Herbst verabschiedet werden. Auch die Sparmaßnahmen des Arzneimittelsparpakets hat das Schätzergremium bereits berücksichtigt.

2010 ebenfalls ohne Defizit

Das Jahr 2010 ist noch nicht ganz zu Ende, doch der GKV-Schätzerkreis hat auch für das laufende Jahr eine Prognose abgegeben. Nach Einschätzung des Gremiums wird 2010 dem Gesundheitsfonds aufgrund der unerwartet schnellen Erholung der Konjunkturlage eine bessere Finanzlage prognostiziert als noch bei der Schätzung im Frühjahr. Der Fonds wird 173,5 Milliarden Euro einnehmen, 170,3 Milliarden davon werden an die Krankenkassen ausgeschüttet, um deren Ausgaben zu decken. Die übrigen rund drei Milliarden sollen zum Aufbau der gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditätsreserve dienen

Zusatzbeiträge der Krankenkassen

Gerade erst hat Gesundheitsminister Philipp Rösler  (FDP) mit seiner geplanten Gesundheitsreform, die seit heute im Bundestag beraten wird, die Zusatzbeiträge der Krankenkassen neu geordnet. Diese sollen künftig in unbegrenzter Höhe fällig werden, sofern eine Krankenkasse nicht mit den Zuweisungen aus dem Fonds auskommt. 

Doch nach der aktuellen Prognose wird es 2011 nur vereinzelt zu Zusatzbeiträgen kommen. Dies war bereits im Vorfeld von Experten erwartet worden. Die 16 Krankenkassen mit Zusatzbeitrag, werden diesen möglicherweise 2011 beibehalten. Philipp Rösler rechnet jedoch ab 2012 vermehrt mit Zusatzbeiträgen, weil Kostensteigerungen dann wieder zu einem Defizit führen werden.

Der GKV-Schätzerkreis

Der Schätzerkreis besteht aus Fachleuten des Bundesversicherungsamtes, des Gesundheitsministeriums und des GKV-Spitzenverbandes. Das Gremium nimmt durch fachlichen Rat maßgeblich Einfluss auf die Höhe des allgemeinen Beitragssatzes. Dazu zieht der Schätzerkreis nach eigenen Angaben amtliche Statistiken über die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung heran. Die Prognosen für das laufende und für das Folgejahr erfolgen vierteljährlich nach den Quartalsergebnissen der gesetzlichen Krankenversicherung. 

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