Schokolade in Kosmetika hat nur geringe Wirkung
Schokolade in Kosmetika hat nur geringe Wirkung

Dass Schokolade ein Stoff besonderer Art ist, ist inzwischen wohl überall bekannt. Die Schokolade als sinnliches Vergnügen, als großer Genuss hat einen hohen Stellenwert. Gefahr droht allerdings durch den reichhaltigen Genuss mit hoher Kalorienzahl. Doch darin erschöpft sich die Wirkung von Schokolade nicht. Eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung beweist, dass der Verzehr von sechs Gramm dunkler Schokolade täglich den Kreislauf stärken und gegen Herzinfarkt  und Schlaganfall schützen kann. Auch für die menschliche Haut kann Schokolade nützlich sein. Forscher an der Universität Münster haben herausgefunden, dass ein Stoff in der Kakaobohne die Wundheilung fördert und das Wachstum der Hautzellen positiv beeinflusst. Aber in den schokoladigen Kosmetika ist diese Substanz nur in minimaler Konzentration vorhanden.

Keine durchschlagende Wirkung auf die Haut

Deshalb steht der Berliner Dermatologe Professor Hans Meffert den Werbeaussagen der Kosmetikhersteller eher skeptisch gegenüber. Zwar ist es durchaus so, dass in der Schokolade hautpflegende Bestandteile zu finden sind. Die Kakaobutter kann die Haut stärken und trockene Haut vor zu großem Feuchtigkeitsverlust schützen. Doch trotzdem sieht er einen eher begrenzten Nutzen der Schokolade für die menschliche Haut. “Hier geht es eher um die psychologische Wirkung, also das Gefühl, sich mit Schokolade etwas Gutes zu tun,” so seine Einschätzung.

Schokolade beeinflusst die Psyche positiv

Es ist wohl vor allem der Duft, der die Sinne anspricht. Hans Meffert erklärt die psychologische Wirkung: “Da werden Kindheitserinnerungen geweckt und Glückshormone ausgeschüttet.” Es ist einfach das Bewusstsein, dass man etwas ganz Besonderes, Wirksames und Wertvolles für sich tut. Auch Kerstin Moog, Spa-Managerin in Bad Zwischenahn, kennt die Vorteile von Anwendungen mit Schokolade. Die entsprechende Behandlung dauert dort drei Stunden.  Bäder, Gesichtsmasken und Peelings mit Schokolade verwöhnen ihre Gäste. “Schokoladen-Anwendungen sorgen für ein unglaublich schönes Körpergefühl während und nach der Benutzung,” sagt Frau Moog.

Die Mischung bringt den Erfolg

Doch eigentlich wird die Haut weniger durch die Schokolade gepflegt als durch andere Bestandteile, zum Beispiel die Sheabutter. Sie enthält sehr viele wirksame hautpflegende Inhaltsstoffe wie Fettsäuren, Ölsäure, Vitamin E, Allantoin und Provitamin A. Die Sheabutter wirkt gegen Hautalterung und trockene, rissige Haut. Die Butter hat sogar einen natürlichen Lichtschutzfaktor. Solche und ähnliche Zutaten sorgen dafür, dass die Schokoladenanwendungen tatsächlich positive Wirkung auf die Haut haben. “Schokolade allein würde ja auch sofort wieder hart werden,” macht Frau Moog klar.

Schokolade im Gesicht kann gefährlich sein 

Sabine Zenker ist Fachärztin für Erkrankungen der Haut. Auch sie dämpft die Erwartungen, dass mit der Schokolade die Haut optimal geschützt und gepflegt werden kann. “Für die Hautpflege gibt es weit bessere Produkte als solche mit Schokoladenextrakten.” Vor allem aber warnt sie davor, dass selbstgemachte Cremes, Masken und Peelings zu Hause ausprobiert werden. Solche Anwendungen, die aus flüssiger Schokolade hergestellt werden können, können großen Schaden anrichten. Es ist sehr gefährlich, wenn die geschmolzene Schokolade zu heiß ist und so die Haut verletzen kann. Darüber hinaus sollte man sich klar machen, dass eine belastete Haut, die empfindlich ist und zu Entzündungen neigt, tatsächlich durch eine selbst gefertigte Schokoladenmaske zu sehr belastet werden kann.