Schon mehr als 125.000 abgeschlossene Pflege-Bahr-Tarife
Schon mehr als 125.000 abgeschlossene Pflege-Bahr-Tarife

Bereits Ende Mai führte der PKV-Verband eine Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen durch. Dabei fand der Verband heraus, dass zu dem Zeitpunkt bereits 125.000 Menschen einen Pflege-Bahr-Tarif abgeschlossen hatten. Das wurde auf einer Verbandsversammlung in Berlin bekannt. Der Verband geht davon aus, dass jeden Tag 1.000 neue Verträge hinzukommen, sodass bereits die 150.000 Marke überschritten sein könnte. 24 Versicherungsunternehmen bieten bereits solche Tarife (Liste der geförderten Tarife) an.

Beliebt bei jungen Menschen

Die Befragung des PKV-Verbandes zeigt auch, dass vor allem junge Leute eine geförderte Pflegezusatzversicherung wollen. Fast 40 Prozent der Anträge wurden von 25- bis 35-Jährigen abgeschlossen. Insgesamt 56 Prozent aller Vertragsabschlüsse fallen auf Menschen unter 50 Jahren ab. Damit sei das Ziel der Bundesregierung mit dieser Reform erreicht, denn der Gesetzgeber wollte vor allem junge Leute für die private Pflegeversicherung gewinnen.

Bald folgt weitere Pflegereform

Zum Ende der aktuellen Wahlperiode gibt es nochmal viele Diskussionen über die Pflegeversicherung. Momentan tagt ein Expertengremium der Bundesregierung, das den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definieren soll. Damit sollen vor allem die Rechte von Demenzkranken gestärkt werden. Nach Angaben von Experten wird die Zahl der Betroffenen von dieser Krankheitsbild in den nächsten 50 Jahren von 1,2 Millionen auf 2,5 Millionen ansteigen.

Kritik vom Pflegerat

Der Deutsche Pflegerat ist der Ansicht, dass nicht nur in der Politik, sondern auch in der Gesellschaft ein Umbruch nötig sei. So sagte der Präsident Andreas Westerfellhaus in Berlin: „Wir brauchen eine andere Form der gesellschaftlichen Debatte darüber, was uns Pflege älterer Menschen heute wert ist.“ Zudem ist der Pflegerat der Ansicht, dass die Qualität der Pflegeeinrichtungen deutlich verbessert werden sollte. Desweiteren sollte es einfacher werden, gute von schlechten Einrichtungen zu unterscheiden. In der letzten Sitzungswoche des Bundestages in dieser Wahlperiode soll der Bericht des Expertengremiums der Bundesregierung vorgelegt werden. Dieser soll dann die Grundlage für die erneute Reform sein.

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