Steigende Beiträge für freiwillig Krankenversicherte drohen
Steigende Beiträge für freiwillig Krankenversicherte drohen

Obwohl der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für 2012 konstant bei 15,5 Prozent bleibt, werden viele Versicherte dennoch mehr zahlen müssen. Betroffen sind die freiwillig Versicherten mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Diese deckelt die Beiträge an die Krankenkasse und wird zum Jahr 2012 von derzeit 3.712,50 Euro Bruttoeinkommen monatlich bzw. 44.550 Euro Jahresbruttoeinkommen auf wahrscheinlich 3.825 Euro monatlich bzw. 45.900 Euro jährlich angehoben. Konkret bedeutet dies, dass die maximalen Beiträge für freiwillig Versicherte mit Krankengeldanspruch von 575,44 Euro monatlich auf 592,88 Euro ansteigen. Freiwillig Versicherte ohne Krankengeldanspruch zahlen einen reduzierten Beitragssatz von 14,9 Prozent. Die maximalen Beiträge erhöhen sich damit für diese von 553,16 Euro auf 569,93 Euro monatlich.

Checkliste zum Wechsel: Welche Krankenversicherung lohnt sich?

Nicht alle freiwillig Versicherte betroffen

Die Beitragserhöhungen betreffen jedoch nicht alle freiwillig Versicherten gleichermaßen, sondern nur diejenigen mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Damit sind jedoch alle Angestellten dieser Versicherungsgruppe betroffen. Grund dafür ist das Erreichen der Versicherungspflichtgrenze als Voraussetzung für eine freiwillige Versicherung für Angestellte. Selbstständige können jedoch ohne weiteres auch mit einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze freiwilliges Mitglied der GKV sein. 

Private Krankenversicherung als Alternative

Eine Alternative ist die PKV, um den Beitragserhöhungen aufgrund der angehobenen Beitragsbemessungsgrenze zu entgehen. Hier sind die Beiträge unabhängig vom Einkommen der Versicherten und richten sich nach den gewählten Leistungen, dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand. Alle freiwillig Versicherten erfüllen in der Regel die Zugangsvoraussetzungen zur PKV – ein Wechsel zur PKV kann daher relativ unproblematisch erfolgen, sollte aber dennoch nicht überstürzt werden.

Kostendruck betrifft die gesamte Branche

Doch auch die private Krankenversicherung ist nicht vor Beitragserhöhungen gefeit. Vor allem die Central, die ARAG, die Gothaer und die HanseMerkur werden ab 2012 die Prämien erhöhen müssen. Doch nicht jeder private Versicherer ist gleichmaßen betroffen. Beim Branchenführer Debeka steigen die Beiträge lediglich für die Beamten um 3,6 Prozent. Andere Tarife kommen ganz ohne Beitragsanpassungen aus. Ein individueller Vergleich der Tarife ist vor einem Wechsel in die private Krankenversicherung daher zwingend notwendig.