Steigende Gesundheitsausgaben forcieren Zusatzbeiträge
Steigende Gesundheitsausgaben forcieren Zusatzbeiträge

In Deutschland betrugen diese Kosten für das Jahr 2008 263,2 Milliarden Euro. Pro Kopf entspricht dies rund 3.210 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Gesamtkosten um 3,9 Prozent und entsprechen jetzt 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Obwohl auch die Leistungen der privaten Krankenversicherungen (PKV) in der Statistik berücksichtigt werden, die mit 6,5 Prozent immerhin den größten Ausgabenanstieg verzeichneten, waren doch die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die größten Kostenträger mit einem Anteil von 57,5 Prozent. Hier stiegen die Ausgaben allerdings nur um 4,2 Prozent.

Kostenfaktoren Pflege und Medikamente

Knapp unter die Hälfte der Ausgaben gingen an ambulante Einrichtungen, darunter Arztpraxen und Apotheken. Doch den größten Kostenzuwachs verzeichnete man hier mit 8 Prozent bei ambulanten Pflegeeinrichtungen. Dieser überdurchschnittlich hohe Anstieg resultiert zum einen aus den gestiegenen Kosten im häuslichen Pflegebereich und zum anderen aus den verbesserten Pflegeleistungen, hervorgehend aus dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz. Viele Ausgaben sind einer stärkeren Krankheitsvorsorge und gestiegenen Arzneimittelpreisen geschuldet.

Auswirkung auf Zusatzbeitrag

Wie sind nun solche derartigen Anstiege im Gesundheitswesen zu erklären und zu verantworten: die Gesundheitskosten stiegen in den letzten 5 Jahren um 20 Prozent an, das Bruttoinlandsprodukt allerdings nur um 8 Prozent. In Zeiten des Einheitsbeitrages von 14,9 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens klaffen jetzt schon gewaltige Lücken in den Haushalten der meisten Krankenkassen und der Gesundheitsfonds ist trotz Milliardenzuwendungen durch den Bund mit rund vier Milliarden unterfinanziert. Viele Kassen könnten die Ausgabenanstiege nun zur Erhebung von Zusatzbeiträgen zwingen. Laut Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, sollten die Gesundheitsausgaben nicht nur auf die Versicherten abgewälzt werden: „Auch Leistungserbringer sollten sich für einen begrenzten Zeitraum bescheiden und damit zufrieden geben, dass ihre Einnahmen nicht stärker wachsen als die gesamte Wirtschaft”.