Steigende Kosten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab 2015
Steigende Kosten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab 2015

Anfang des Monats hat der Bundestag das "Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte" auf den Weg gebracht. Inhaltlich sieht es u.a. neben der Entlastung der Versicherungsunternehmen bei der Ausschüttung der Bewertungsreserven einen niedrigeren Garantiezins für Neuverträge vor. Laut Musterrechnungen des Finanzdienstleisters MLP hat dies auch Auswirkungen auf Kunden der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Demzufolge können die Prämien in Abhängigkeit von Altersgruppe und Absicherungszeitraum im kommenden Jahr um bis zu sieben Prozent steigen. Die Beitragssteigerung falle dabei umso höher aus, je länger der Versicherungszeitraum angesetzt ist. Wer mit dem Abschluss einer BU-Versicherung liebäugelt, sollte daher schnell handeln, um der Prämienerhöhung zu entgehen.

Niedrigerer Garantiezins ab 2015

Das neue Gesetz sieht ab 1. Januar 2015 eine Senkung des Garantiezinses für Neuverträge bei Lebensversicherungen von derzeit 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent vor. Die Bundesregierung folgt damit der Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung, die bereits im Januar darauf hinwies, den Zinssatz im kommenden Jahr erneut zu senken.

Folgen für die Berufsunfähigkeitsversicherung

"Die mit dem Lebensversicherungs-Reformgesetz auf den Weg gebrachte Garantiezinssenkung wird Auswirkungen auf die Kosten von BU-Versicherungen haben – selbst bei marktbedingt gegenläufigen Tendenzen", erklärt Christian Ball, Finanzmathematiker und Aktuar bei MLP. Hintergrund: Der Garantiezins ist die Basis zur Kalkulation der Deckungsrückstellungen im Schadensfall. Durch die sinkende Verzinsung des angesparten Geldes müssen die Unternehmen die dadurch auftretende Lücke anderweitig schließen. Eine Möglichkeit ist die Kunden durch höhere Beiträge stärker zu beteiligen. 

Beitragssteigerung abhängig vom Alter

Den Berechnungen von MLP zu Folge müsste ein 25-Jähriger bei einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer vereinbarten Rente in Höhe von 1.000 Euro und einer Versicherungsdauer bis zum Alter von 67 Jahren im Vergleich zum Vorjahr mit einer Beitragssteigerung in Höhe von 6,7 Prozent rechnen. Versicherungsnehmer im Alter von 35 Jahren müssen sich bei gleichen Bedingungen auf eine Erhöhung um 4,8 Prozent einstellen.