Strategiewechsel: DAK Gesundheit richtet sich neu aus
Strategiewechsel: DAK Gesundheit richtet sich neu aus

Nun ist es amtlich: Der Zusammenschluss aus der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) und den beiden Betriebskrankenkassen BKK Gesundheit und BKK Axel Springer zur neuen DAK Gesundheit wurde am Mittwoch in einer Sitzung des Verwaltungsrates besiegelt. Vorsitzender des Vorstandes der neuen Krankenkasse ist ab sofort Herbert Rebscher, sein Stellvertreter wird Claus Moldenhauer. Die neue DAK Gesundheit habe künftig rund 12.000 Mitarbeiter, 6,6 Millionen Versicherte und gehe nun mit einem neuen Geschäftsmodell in den Wettbewerb, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende gegenüber dem “Deutschlandfunk”. Positiv für Versicherte: Fest steht nun auch, dass die DAK Gesundheit, deren drei Fusionspartner in der Vergangenheit alle einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro erhoben, diesen ab dem zweiten Quartal 2012 nicht mehr erheben wird. Rebscher erwartet, dass dies in einer mittelfristigen Perspektive auch so bleibt.

Fusion schafft größere Flächenpräsenz 

Der Zusammenschluss der drei gesetzlichen Krankenkassen hat die Zukunftsaussichten der neuen DAK Gesundheit nach eigenen Angaben erheblich verbessert. Zwar habe die DAK seit jeher eine große Flächenpräsenz in der bundesdeutschen Fläche gehabt, aber “mit der Flächenpräsenz kam man nicht in die Betriebe, weil man dort zu klein war”, so Rebscher weiter gegenüber dem “Deutschlandfunk”. Durch die Fusion soll diese Problematik nun allerdings der Vergangenheit angehören, da die Betriebskrankenkassen stark in Unternehmen vor Ort aktiv seien.

Abschaffung der Zusatzbeiträge zum 01. April 2012

Neben der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse (TK) ist die DAK Gesundheit ab sofort die drittgrößte aller gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Auch weiterhin sei man aber offen mit anderen Krankenkassen zu fusionieren, bekräftigte Rebscher in der Pressekonferenz nach der Kassenfusion. Der neue Verwaltungsratsvorsitzende Hans Bender (zuvor BKK Gesundheit) hob jedoch hervor, dass damit keine Übernahmen gemeint seien, sondern ausschließlich Partnerschaften. Ab dem ersten April dieses Jahres will die DAK Gesundheit zudem den bisherigen Zusatzbeitrag streichen. Die Abschaffung des Extrabeitrags sei bereits in den Haushaltsentwurf der DAK Gesundheit eingeflossen. Nun muss noch das Bundesversicherungsamt (BVA) seine Zustimmung für die Streichung geben. 

Zahl der Fusionen nimmt stetig zu

Sowohl die DAK als auch die BKK für Heilberufe und die BKK Axel Springer hatten durch den Zusatzbeitrag in der Vergangenheit viele Mitglieder verloren. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, war die Fusion der drei Kassen schließlich im Herbst 2011 beschlossen worden. Seit der Einführung des Gesundheitsfonds hat sich die Anzahl der jährlichen Fusionen beträchtlich gesteigert. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend in Zukunft fortsetzen wird.