Studie: Deutsche wieder unzufriedener mit Gesundheitswesen
Studie: Deutsche wieder unzufriedener mit Gesundheitswesen

Die Studie wurde erstmals im Jahr 2000 durch die private Krankenversicherung die Continentale ins Leben gerufen und untersucht seither jährlich die Zufriedenheit der Deutschen hinsichtlich des Gesundheitssystems. Befragt wurden in diesem Jahr 1.297 Personen durch das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. Nach einem Stimmungstief im Jahr 2004 konnte die Untersuchung in den darauffolgenden Jahren zunächst einen Aufwärtstrend ausmachen. In diesem Jahr ist die deutsche Bevölkerung jedoch wieder deutlich unzufriedener als in den Jahren zuvor. Etwa 36 Prozent der gesetzlich Versicherten ist mit den Leistungen ihrer Krankenkasse nicht zufrieden. Eine spürbare Verschlechterung konnte auch hinsichtlich der Beiträge festgestellt werden. Waren 2010 noch 44 Prozent mit den Beiträgen der Krankenkasse unzufrieden, sind es 2011 bereits 47 Prozent. Auslöser für die Missstimmung der Deutschen sei vor allem der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen, so die Studie. Zudem sehen die Befragten, wie in den Vorjahren auch, die Zukunft des Gesundheitssystems sehr pessimistisch.

Zusatzbeitrag sorgt für Missstimmung

Wie der Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentalen, betonte, sorgt vor allem die Einführung der Zusatzbeiträge für schlechte Stimmung bei den Versicherten. Es seit aber noch nicht auszumachen, ob es sich dabei um eine vorübergehende Entwicklung oder einen langfristigen Trend handle. Die Effekte des Zusatzbeitrages seien jedoch laut Bauer keine Überraschung. Bereits in den Jahren zuvor hatte sich gezeigt, dass bei sichtbaren Kostensteigerungen die Zufriedenheit der Versicherten schlechter wurde.

Ein Beispiel ist die Einführung der Praxisgebühr im Jahr 2004. Sie sorgte dafür, dass die Sympathien der Deutschen gegenüber dem Gesundheitssystem deutlich in den Keller ging. Bei allmählichen Beitragssteigerungen, wie einer allgemeinen Beitragserhöhung konnten bisher solche Effekte nicht vermerkt werden, obwohl diese für den einzelnen viel teurer sind

Deutsche sehen Gesundheitssystem pessimistisch

Die diesjährige Studie zeigt wie in den vergangenen Jahren auch, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung die Zukunft des Gesundheitssystems sehr düster sieht. Etwa 76 Prozent der Befragten waren in diesem Jahr der Meinung, dass das Gesundheitswesen die Versorgung der Bevölkerung in baldiger Zukunft nicht mehr sicherstellen könne. 87 Prozent erklärten dazu, dass derzeit nur die private Krankenversicherung einen ausreichenden Versicherungsschutz gewährleisten würde. Etwa 90 Prozent gehen zudem davon aus, dass sie auch künftig mehr Zuzahlungen leisten werden müssen. Dabei sank die Zahl im Gegensatz zur Befragung des vorherigen Jahres um circa einen Prozentpunkt.

Derzeitige Lage besorgniserregend

Die Ergebnisse der Studie könnten niemanden freuen, so Rolf Bauer. Zur Erhaltung des Gesundheitswesens benötige man nicht nur eine starke private Krankenversicherung sondern ebenso eine gut aufgestellte gesetzliche Krankenkasse mit der entsprechender Akzeptanz ihrer Versicherten. Da der Zusatzbeitrag politisch gewollt ist, sei zu erwarten, dass noch weitere Kassen zusätzliche Beiträge einführen werden und die Unzufriedenheit der Bevölkerung weiter steigen wird. Dies sei sehr besorgniserrend, so Bauer. 

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