Experten wissen schon längst Bescheid: Ab Ende 2012 wird es in der Versicherung einheitliche Tarife für Männer und Frauen geben. Das bedeutet für die Versicherungsgesellschaften, dass sie geschlechtsunabhängig kalkulieren müssen. Natürlich verändern sich dadurch häufig auch die Beiträge. In einigen Versicherungssparten wird es für Frauen günstiger und für Männer teurer und in anderen ist es genau umgekehrt. Mehr als 80 Prozent der Deutschen wissen jedoch gar nicht, dass es ab 21. Dezember solche gravierenden Veränderungen geben wird. Nach einer Studie des Continentale Versicherungsverbundes fühlen sich nur 17 Prozent der Bevölkerung gut über die neuen Unisex-Tarife informiert. Bereits zu Beginn des Jahres führte das Forsa-Institut eine ähnliche Umfrage durch.

Umfrage der Continentale

Seit Juni wurden von der Continentale in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS-Infratest 1.285 Menschen im Alter ab 25 Jahren telefonisch in der ganzen Bundesrepublik befragt. Die Umfrage sei repräsentativ. Die Personen wurden auch gefragt, ob die Tarife in den betroffenen Versicherungssparten für Männer oder für Frauen teurer werden. In allen Fällen lag die Mehrheit der Befragten dabei falsch.

Beitragsveränderungen in der Versicherung

Gerade einmal 38 Prozent der Teilnehmer wussten, dass die private Rentenversicherung für Männer in Zukunft teurer wird. Noch weniger, nämlich nur 32 Prozent wussten, dass die Beiträge für die Risikolebensversicherung für Frauen steigen werden. Die private Krankenversicherung für Männer wird außerdem teurer, wovon nur 41 Prozent der Befragten überzeugt waren. Diese Werte zeigen, dass die meisten Deutschen wirklich unzureichend über die neuen Tarife informiert sind. So ist es nicht erstaunlich, dass sich mehr als die Hälfte der Befragten wünschen, dass sie durch ihren Versicherungsvertreter über diese Tarife informiert werden.

Umfassende Infografik mit mehr Hintergrundwissen zu Unisex

Keine Überzeugung zu neuen Tarifen

Die Versicherungsgesellschaft Continentale, die diese Studie durchführte, ist nicht überzeugt von den neuen Tarifen. Der Vorstandsvorsitzende Helmut Posch ersklärte: “Unisex-Tarife sind versicherungstechnisch nicht sinnvoll, wurden uns aber vom Gesetzgeber vorgegeben”. Gerade deshalb sei aber eine umfassende Aufklärung der Versicherten sehr wichtig, denn sonst könnten sie viel Geld verlieren, so Posch.