Studie über Zusatzbeiträge: Ab 2015 schon über 100 Euro
Studie über Zusatzbeiträge: Ab 2015 schon über 100 Euro

Das Konzept der Pauschalbeiträge, wonach jeder Versicherte einen bestimmten Betrag an seine Krankenkasse zahlt, wird von der Studie als positiv gewertet. Dennoch müssen die Reformen im Gesundheitswesen noch weiter voran getrieben werden. Gemeint ist hierbei ein freierer Markt für alle gesetzliche Krankenkassen. Den gesetzlichen Krankenkassen müsse die Möglichkeit gegeben werden, eigenständig am Markt zu operieren. Die Studie fordert in diesem Zusammenhang auch mehr Transparenz und eine bessere Kommunikation. Den Versicherten müsse deutlich gemacht werden, dass von ihnen in Zukunft ein Großteil der Kostensteigerung im Gesundheitswesen zu tragen sei.

Alle Einkommen sollen mit einbezogen werden

Die Zusatzbeiträge sind in den Augen der Studienautoren ebenfalls eine wichtige Maßnahme. Sie helfen den Krankenkassen ihre Bilanzen zu konsolidieren, und können je nach Bedarf erhoben werden. Dennoch seien die Einnahmen der Krankenkassen weiterhin zu stark abhängig vom beitragspflichtigen Einkommen. Sinnvoller wäre es alle Einkommen der Versicherten mit einzubeziehen, also auch Miet- und Kapitaleinnahmen. Ähnliches fordert im übrigen auch das neue Gesundheitskonzept der Grünen. Eine Bürgerversicherung sei jedoch nicht die beste Lösung, da sie den Erfordernissen eines intensiven Wettbewerbs nicht entspräche, so die aktuelle Studie.

Gefahr eines ungerechten Sozialausgleichs

Der Sozialausgleich soll immerhin entsprechend dieser Maßgabe berechnet werden, so ließ es auch der Gesundheitsminister verlautbaren. Hier sollen in Zukunft alle steuerpflichtigen Einkommen berechnet werden. Dies sei transparenter, denn letztlich sagt das beitragspflichtige Einkommen nichts über die tatsächliche finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherten aus. Ansonsten wäre es beispielsweise möglich, dass Versicherte einen Sozialausgleich bekommen, obwohl sie noch zusätzliche Einkünfte aus Mieteinnahmen oder Fonds beziehen. Diese wäre nicht der Sinn eines sozialen Ausgleichs. Die Finanzierung des Sozialausgleichs über Steuermittel sei begrüßenswert. Ab Mitte der kommenden Dekade geht Dieter Bräuninger, Autor der Studie, von Zusatzbeiträgen von knapp über 100 Euro aus.

Gesundheitssystem: Mehr Marktwirtschaft gefordert

Die Idee eines vollständig über Steuermittel finanziertes Gesundheitssystem sei jedoch abzulehnen. Dies wäre nicht im Sinne eines freien Markts. Gerade diese Marktwirtschaft sei es, welche den Kassen in Zukunft zwar einen höheren Konkurrenzkampf bescheren wird, aber auch Chancen bietet. Selektivverträge und Selbstbestimmung der Konditionen würden das gesamte Gesundheitssystem umwälzen. Ob das Marktmodell tatsächlich auch politisch durchsetzbar wäre, lässt die Studie anzweifeln. Das Gesundheitssystem rund um die GKV wird daher, trotz der Gesetzesvorhaben, weiterhin als Reformbaustelle bezeichnet.

Fusionen ab 2010: Anzahl der Krankenkassen wird sinken

Nach Meinung der Autoren wird sich die Anzahl der Krankenkassen in den kommmenden Jahren nocheinmal deutlich verringern. Spätestens ab 2012, wenn ein Großteil der Krankenkassen auf Zusatzbeiträge angewiesen sein wird, werden Fusionsgespräche wieder auf der Agenda stehen.

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