Studie zur GOZ-Reform: Besuch beim Zahnarzt wird immer teurer
Studie zur GOZ-Reform: Besuch beim Zahnarzt wird immer teurer

Es ist gemeinhin bekannt, dass privat versicherte Patienten für die meisten Gesundheitsleistungen mehr Geld bezahlen als die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten. Das Wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherung (PKV) weist auf gravierende Unterschiede zwischen privat und gesetzlich abgerechnete Leistungen hin: Privatpatienten und gesetzlich versicherte Selbstzahler müssen nach der geltenden Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) weitaus tiefer in die Tasche greifen als die Krankenkassen für gesetzliche Regelleistungen zahlen. Diese werden nach dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (BEMA) bemessen. Aber: Auch Kassenpatienten müssen mittlerweile viele Zahnbehandlungen selbst zahlen. Derzeit wird eine Anhebung der GOZ-Honorare diskutiert. Dadurch würden Zahnärztliche Leistungen für Versicherte in der gesetzlichen wie auch in der privaten Krankenversicherung teurer.

Privat Versicherte zahlen wesentlich mehr

Ausgangspunkt der Untersuchung sind die 30 wichtigsten GOZ-Ziffern, die zusammen in etwa 60 Prozent des Gesamtumsatzes der Zahnärzte ausmachen. 2007 erwirtschaftete eine Zahnarztpraxis laut der Studie im Durchschnitt einen Umsatz von 462.000 Euro. Allein 48,1 Prozent davon entfielen auf Privatpatienten. Bei der vorangegangenen Erhebung im Jahre 2003 betrug der Anteil dagegen nur 42, 1 Prozent.

Auch Kassenpatienten zahlen drauf

Die Ergebnisse der Studie betreffen allerdings nicht nur PKV-Mitglieder, sondern auch die rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland. Diese müssen sich heute aufgrund des zunehmend eingeschränkten Angebots der Krankenkasse oft auf eine Versorgung außerhalb der gesetzlichen Regelleistungen angewiesen sind und einen Großteil der zahnärztlichen Leistungen aus eigener Tasche zahlen. In diesem Fall greift der übliche Bewertungsmaßstab nicht und auch diese Rechnungen werden dann nach den vergleichsweise teuren GOZ-Regelungen erhoben. Vor allem beim Zahnersatz müssen Kassenpatienten bereits mehr als Hälfte der anfallenden Kosten selbst übernehmen.

Privatpatienten von enormer Bedeutung für Zahnärzte

Aufgrund des höheren Kostenniveaus sind die rund neun Millionen privat Versicherten daher von enormer Bedeutung für das Einkommen der niedergelassenen Zahnärzte. Bei der Anwendung der aktuellen GOZ bei PKV-Versicherten kann eine deutlich höhere Vergütung erzielt werden als bei der Behandlung von gesetzlich Versicherten. Mögliche Gesetzesänderungen im Bereich der Honorarordnung der Zahnärzte oder der GOZ-Verordnung sollten diese Tatsache berücksichtigen, so das Fazit der Autoren.