Teure Krankenkassen: Rettung private Krankenversicherung?
Teure Krankenkassen: Rettung private Krankenversicherung?

Die Gesundheitsreform von CDU/CSU und FDP steht stark in der Kritik. Grund: Das eigentliche Ziel, eine sozial verträgliche Stabilisierung der Krankenkassen, wird womöglich gar nicht erreicht. Stattdessen bringt die Reform ab 2011 eine pauschale Beitragserhöhung und höhere Zusatzbeiträge für alle gesetzlich Versicherten mit sich. Nach diesem Konzept müssen Arbeitnehmer weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen vollständig allein tragen. Arbeitgeber werden nicht weiter belastet. Nun sollen auch noch die Homöopathie aus dem gesetzlichen Leistungskatalog gestrichen werden. Daher sehen sich viele nach einer Alternative um. In der privaten Krankenversicherung (PKV) locken umfangreiche Leistungen und transparente Beiträge. Doch nur unter bestimmten Bedingungen ist ein Wechsel möglich.

Allheilmittel private Krankenversicherung?

Nicht immer ergibt sich daher bei einem Wechsel ein finanzieller Vorteil. Ausschlaggebend sind hierbei verschiedene Faktoren wie Alter und Vorerkrankungen, Familienplanung und Berufsperspektiven. Junge, gesunde Personen profitieren häufig, während für Ältere ab dem 55. Lebensjahr die private Krankenversicherung kaum noch offen steht.

Verschiedene Testmagazine weisen außerdem beim Test privater Krankenversicherungen immer wieder auf die Finanzstärke des Anbieters als Auswahlkriterium hin. Nur finanziell gut aufgestellte Krankenversicherungen können einen langfristig stabilen Beitrag gewähren und Kostensteigerungen eingrenzen.

Kostenexplosion im Gesundheitswesen

Von Beitragssteigerungen sind sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung betroffen. Grund ist die allgemeine Preisentwicklung im Gesundheitswesen. Kosten für Ärzte, neue Medikamente und innovative Behandlungsmethoden steigen seit Jahren kontinuierlich an. Hinzu kommen die Auswirkungen des demographische Wandels. 2010 betrug die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung im Durchschnitt 4,5 Prozent. Allerdings verteilt sich dies sehr unterschiedlich auf die Anbieter und deren verschiedenen Tarife.

Versicherte suchen Alternativen

Angesichts der angespannten Finanzsituation der Krankenkassen wollen offenbar viele gesetzlich Versicherte ihrer Kasse den Rücken kehren. Eine gute Alternative ist die private Krankenversicherung, wo Leistungen und Beiträge aufeinander abgestimmt werden können. Wer keinen Wert auf die Chefarztbehandlung oder das Einbettzimmer im Krankenhaus legt, zahlt entsprechend niedrigere Beiträge. Beitragsrückzahlungen regen zudem zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Kostenbewusstsein an.

Wechsel nicht für jeden möglich

Für Angestellte gelten einige Hürden beim Verlassen des gesetzlichen Systems: Nur bei Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze besteht die Wahlfreiheit. Dennoch ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung nicht ausschließlich den oberen Einkommensklassen vorbehalten. Selbständige, Freiberufler und Beamte können ohne Berücksichtigung des Einkommens von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreit werden. Allerdings gilt es immer zu bedenken, dass für Familienangehörige eigene Beiträge anfallen. Im Gegensatz zu den Krankenkassen gibt es keine kostenfreie Familienversicherung in der privaten Krankenversicherung.