Tipps der Stiftung Warentest: Betriebsrente oder Riester-Rente
Tipps der Stiftung Warentest: Betriebsrente oder Riester-Rente

Rund ein Drittel der sozialpflichtig Beschäftigten in Deutschland will sich weder auf eine Riester-Rente noch auf eine Betriebsrente stützen. Über die Hälfte der Beschäftigten hat sich für eine Betriebsrente entschieden, und nur ein Drittel zahlt Beiträge für eine Riester-Rente. Jeder Fünfte Arbeitnehmer sorgt sogar doppelt mit beiden Formen der Altersabsicherung vor. Die Tester der Stiftung Warentest haben berechnet, welche Form der Vorsorge für die Arbeitnehmer lukrativer und effektiver ist. Die grundsätzlichen Unterschiede bestehen darin, dass die Riester-Rente mit steuerlichen Vorteilen und Zulagen arbeitet, während es bei der Betriebsrente keine Zulagen gibt. Nach den Ergebnissen der Tester schneidet die Betriebsrente trotz ihrer Popularität im Ergebnis schlechter ab als die Riester-Rente. Doch lohnen kann sie sich trotzdem.

Höhere Beiträge für die Betriebsrente

Bei einer Riester-Rente muss ein Arbeitnehmer mit 30.000 Euro Jahreseinkommen vier Prozent aufwenden, also 1.200 Euro. Für diesen Teil seines Einkommens zahlt er aber keine Steuern. Zusätzlich kann er von der staatlichen Grundzulage von 154 Euro profitieren. Mit Steuerersparnis und Zulage zahlt der Arbeitnehmer lediglich 843 Euro selbst für einen Riester-Vertrag. Finanztest ist im direkten Vergleich von einem Aufwand für eine Betriebsrente in der gleichen Höhe ausgegangen. Zwar kann man bei einer betrieblichen Rente nicht von Zulagen profitieren, doch für diese Beiträge werden weder Steuern noch Sozialabgaben fällig. So erhöht sich der Beitrag zur Betriebsrente auf 1.576 Euro.

Mit Garantiezins ist die Riester-Rente im Vorteil

Eine innerbetriebliche Rente wird damit vom Staat zu 47 Prozent gefördert, bei der Riester-Rente sind das nur 30 Prozent. Doch die höhere staatliche Förderung führt im Ergebnis nicht dazu, dass ein Arbeitnehmer eine wesentlich höheres Plus zur gesetzlichen Rente erwarten kann. Bei der Orientierung am Garantiezins verbessert die Riester-Rente im genannten Beispiel die gesamte Versorgung im Alter um 20 Prozent, die Betriebsrente dagegen schlägt mit 19 Prozent zu Buche. Die Gründe dafür sind einsichtig. Für die Gelder, die der Arbeitnehmer in die Betriebsrente steckt, fallen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung weg. Das bedeutet eine geringere Rente. Zudem müssen von der Betriebsrente Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.

Betriebsrente kann vorteilhaft sein

Doch unter bestimmten Umständen kann die Betriebsrente die bessere Wahl sein. Wenn zur Berechnung der Rentenaufbesserung die nicht garantierten Überschüsse herangezogen werden, ergeben sich andere Prioritäten. Dann kann man bei der Betriebsrente mit einem Rentenplus von 35 Prozent rechnen, die Riester-Rente kommt damit nur auf 32 Prozent. Mit der höheren Verzinsung für mögliche Überschüsse sorgen die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge für ein größeres Finanzpolster. Eine weit höhere Rente kommt auch dann zustande, wenn der Arbeitgeber mit den gesparten Beiträgen zur Sozialversicherung die Altersvorsorge der Mitarbeiter fördert.

Ausführliche Information ist notwendig

Finanztest hat einige Tipps zur Verfügung gestellt, der die Wahl des passenden Produktes zur Altersvorsorge erleichtern sollen. Die Experten von Stiftung Warentest empfehlen auf alle Fälle die Produkte mit staatlicher Förderung. Mit einem guten Tarif sind danach solche Angebote den völlig ungeförderten privaten Produkten überlegen. Eine Entscheidung auf dem Gebiet der Altersvorsorge ist ein wichtiger Schritt mit weitreichender Bedeutung. Fundierte Informationen und die genaue Betrachtung der eigenen Situation sind deshalb besonders wichtig.