Trend PKV-Beiträge 2013: Wieder Beitragserhöhungen geplant
Trend PKV-Beiträge 2013: Wieder Beitragserhöhungen geplant

Das "Versicherungsjournal" berichtet, dass vier Unternehmen der PKV sich bereits jetzt aufgestellt haben und ihre Kennzahlen für die Erhöhung der Beiträge im kommenden Jahr 2013 bekanntgegeben haben. Die Süddeutsche, die Hallesche, die Central und die Gothaer Krankenversicherung haben bekannt gegeben, dass sie im nächsten Jahr die Prämien nach oben anpassen müssen. Die Gründe für die erneute Erhöhung machen viele der Unternehmen unter anderem an der immer höheren Lebenserwartung der Menschen fest. Auch die steigenden Kosten im Gesundheitssystem und die säumigen Zahler treiben die Beiträge in die Höhe. Weiter sind die niedrigen Zinsen für die Versicherer ein großes Problem, weil sie mit den angelegten Geldern keine hohen Renditen erzielen können. Die Mehrbelastungen für die PKV-Kunden könnten wieder einmal recht hoch ausfallen.

Starke Erhöhung in bestimmten Tarifen  

Nach den Angaben im Versicherungsjournal wird die Hallesche Versicherung ihre Tarife für erwachsene Männer um bis zu 12 Prozent erhöhen. Die Beiträge der Frauen sollen dagegen meistens auf ihrem jetzigen Stand bleiben oder sogar gesenkt werden. Doch ein spezieller Kindertarif soll nach den Aussagen eines Versicherungsexperten um 65 Prozent erhöht werden. Die Begründung dazu: Die bisherigen Beiträge seien sehr niedrig gewesen. Auch würde die prozentuale Erhöhung in einem bestimmten Tarif um 63 Prozent eine reale Erhöhung von 16 Euro bedeuten.

Erhöhte Selbstbeteiligung geplant  

Die Central Krankenversicherung wird ihre Tarife ebenfalls anpassen. Bis zu neun Prozent sollen die Beiträge steigen. Zusätzlich soll die Selbstbeteiligung erhöht werden. Bis zu 23 Prozent mehr sollen die Versicherten dann aus eigener Tasche zahlen. Je nach Tarif kann die Selbstbeteiligung um 150 Euro höher ausfallen. Auch die Gothaer wird ihre Prämien anpassen, und zwar soll die Erhöhung zwischen zwei und sechs Prozent betragen. Ein bestimmter Tarif soll sogar für Männer um bis zu 29 Prozent teurer werden. Die Süddeutsche kündigt zwar auch Erhöhungen ihrer Tarife an, sprich aber allgemein nur von geringfügigen Anpassungen. Es ist nach Ansicht von Branchenkennern durchaus wahrscheinlich, dass noch andere private Krankenversicherer ihre Tarife nach oben anpassen werden.

Experten vermuten wieder Erhöhungen   

Für den Versicherungsexperten Heiner Schmitz aus Hannover ist es im Grunde auffällig, dass bisher noch kein PKV-Unternehmen eine Garantie für die Stabilität der Beiträge für 2013 abgegeben hat. Man vermutet in der Branche, dass das Schweigen eine strategische Maßnahme ist, um das Bekanntwerden der unpopulären Beitragserhöhungen so weit wie möglich herauszuschieben. Das Aufsehen in Presse und Medien ist natürlich sehr kontraproduktiv vor allem für das Geschäft mit neuen Kunden. Das negative Echo der letzten Erhöhungen zum Jahreswechsel 2011/2012 wird der Branche noch gegenwärtig sein.

Branche ist zögerlich mit Ankündigungen  

"Allianz", "Axa" und "Barmenia" haben wohl deshalb auch bereits verdeutlicht, dass es zumindest für einige Tarife keine Erhöhungen geben wird, also die Beiträge stabil bleiben. Bereits im März 2012 hatte der Vorstandsvorsitzende der Barmenia, Josef Beutelmann, einen positiven Trend festgestellt. Er sah gute Chancen, dass die Trigger für eine Erhöhung nicht anspringen würden. Es bleibt abzuwarten, ob Josef Beutelmann mit dieser vorteilhaften Einschätzung richtig liegt oder nicht.

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