Unfall
Hohes Risiko für Radfahrer im Straßenverkehr © panthermedia.net / palinchak

Fahrradfahrer sind im Straßenverkehr stark gefährdet. Daran können auch neue technische Verbesserungen an Autos kaum etwas ändern. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Konstruktive Verbesserungen an Pkws bieten für Radfahrer kaum zusätzlichen Schutz. Ein Notbremsassistent soll dieses Problem lösen.

Fahrradfahrer im Gefährdungsbereich

Wer mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs ist, gehört rein statistisch gesehen immer noch zu einer vergleichsweise stark gefährdeten Gruppe. Daran hat auch der technische Fortschritt in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Die Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass im vergangenen Jahr 12 Prozent aller tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer Fahrradfahrer waren. Im Vergleich zum Jahr 2004 hat sich dieser Wert um 50 Prozent erhöht. Darüber hinaus sind Radfahrer in mehr als der Hälfte der Fälle schuldlos. Nur 42 Prozent der verunglückten Fahrradfahrer hatten im Jahr 2014 eine Mitschuld am Unfall.

Getroffene Maßnahmen schützen kaum

Trotz der vergleichsweise hohen Gefahr, gerade vor dem Hintergrund der Unfallverschuldung, sind moderne Pkws kaum auf einen verbesserten Schutz von Fahrradfahrern ausgelegt. Die Unfallforschung der Versicherer kritisiert angesichts ihrer Forschungsergebnisse, dass alle bisherigen technischen Neuerungen kaum mehr Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr bringen. Als Beispiel nennt der Bericht die sich aufstellende Motorhaube. Diese hilft primär bei Unfällen mit Fußgängern und erzielt in solchen Fällen bei der Schadensminimierung durchaus gute Werte. Bei Fahrradfahrern lässt sich jedoch praktisch kein Nutzen feststellen. Mitunter kann sich die Motorhaube sogar als kontraproduktiv herausstellen und noch größeren Schaden bei einem Fahrradfahrer anrichten.

Notbremsassistent soll schützen

Die Studie der Unfallforschung der Versicherer beschäftigt sich im großen Maße mit der Vermeidung von Kopfverletzungen, da diese die größte Gefahr für Fahrradfahrer darstellen. Damit der Unfallschutz eines Pkws wirklich effektiv ist, müsste jedes Fahrzeug mit einem speziellen Airbag für die Frontscheibe ausgerüstet werden. Aus Aufwands- und Kostengründen wird in absehbarer Zeit jedoch kaum ein Autohersteller solch einen Schutz anbieten. Daher setzten die Forscher in ihrer Studie ihre Hoffnungen vor allem in eine automatische Notbremse. Diese soll in der Lage sein, Fahrradfahrer zuverlässig zu erkennen und die Geschwindigkeit des Wagens automatisch anzupassen. Der Studie zufolge soll schon eine Reduktion des Tempos um 20 km/h eine signifikante Reduzierung des Kopfverletzungsrisikos bei Kindern und Erwachsenen nach sich ziehen. Daher fordert die UDV, dass ein Notbremsassistent mit Radfahrererkennung in der Entwicklung stärker gefördert werden sollte, um eine baldige Serieneinführung möglich zu machen.