Unisex: Berufsunfähigkeitsversicherung ab 2013 teurer
Unisex: Berufsunfähigkeitsversicherung ab 2013 teurer

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, eine der wichtigsten Absicherungen für alle Berufstätigen, wird es für Männer teurer. Bisher mussten Frauen in den meisten Fällen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung tiefer in die Tasche greifen als die Männer. Grund dafür ist die längere Lebenserwartung des weiblichen Teils der Bevölkerung, aber auch ein statistisch höheres Risiko für eine Arbeitsunfähigkeit. Die Unterschiede bei bestehenden Verträgen zwischen Männern und Frauen sind zum Teil sehr groß, sogar bis zu rund 39 Prozent. Doch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes soll die Diskriminierung der Frauen ein Ende haben. Die Männer allerdings werden sich mit höheren Beiträgen abfinden müssen. Während sie bis zu 10 Prozent mehr für eine Unisex Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen werden, sinken die Kosten für die Frauen zwischen 8 und 15 Prozent.

Berufsunfähigkeit kann jeden Berufstätigen treffen   

Nach einer aktuellen Umfrage der Gothaer Versicherungen haben 60 Prozent der arbeitenden Frauen keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Man kann aber nicht oft genug betonen, dass eine BU eine der wichtigsten Versicherungen ist. Die gesetzliche Rente bei Erwerbsminderung ist sehr gering. Jeder vierte Berufstätige ist bereits vor dem Erreichen des Rentenalters nicht mehr in der Lage, seine Arbeit weiterzuführen. Waren früher vor allem Rückenleiden oder Verletzungen der Wirbelsäule der Grund für das Ausscheiden aus dem Beruf, so sind heute vor allem psychische Störungen und Leiden häufige Ursachen. Aus diesem Grund ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jede Berufsgruppe sinnvoll.

Kosten sparen durch rechtzeitigen Abschluss

Obwohl die neuen Unisex-Tarife überall propagiert werden, sind immer noch viele Deutsche immer noch nicht gut informiert. Nach einer Umfrage des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF), die von der Direktversicherung Hannoversche beauftragt wurde, wussten 36 Prozent von mehr als 1.000 Befragten nichts von den Unisex-Tarifen und deren Bedeutung. Auch die Tatsache, dass man bis zum Stichtag noch durch die alten Konditionen Kosten sparen kann, ist ungefähr der Hälfte der Umfrageteilnehmer nicht bekannt. So können Männer natürlich Beiträge sparen, wenn sie noch bis zum 21. Dezember dieses Jahres eine BU-Versicherung abschließen. Denn die Unisex-Tarife gelten nur für Neuverträge von diesem Stichtag an.

Frauen können Policen umtauschen

Viele Frauen zögern, ob sie in diesem Jahr eine BU-Versicherung abschließen oder besser doch bis zum nächsten Jahr warten sollen. So wollen sie auf die günstigen Bedingungen warten. Doch das Zögern ist nicht unbedingt nötig, denn viele Versicherer bieten attraktive Optionen zum Umtausch. Wenn zum Beispiel Frauen noch in diesem Jahr eine BU-Versicherung abschließen, so können sie im nächsten Jahr ohne weiteren Kosten und auch ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen günstigen Unisex-Tarif wechseln. Die Vorteile sind klar: Die Kunden können in Ruhe und Ausführlichkeit die Produkte vergleichen. Auch das geringere Eintrittsalter und der aktuell gute Zustand der Gesundheit schlagen dabei vorteilhaft zu Buche. Denn so kann ein Unfall oder eine Erkrankung nicht zum Leistungsausschluss oder auch zu höheren Beiträgen führen.

Sicherheit durch ausführliche Beratung

Ein Umtausch ist in den meisten Fällen immer dann nicht mehr möglich, wenn der Versicherer bereits Zahlungen geleistet hat. Auch wenn bereits eine Vertragsänderung durchgeführt wurde oder Rückstände bei der Beitragszahlung bestehen, lehnen viele Versicherer einen Umtausch ab. Die genauen Bedingungen lassen sich genau durch Information und Beratung erfragen, denn die Vertragsbedingungen variieren ausgesprochen stark zwischen den einzelnen Versicherern.