Der Verbraucher forderte Schadenersatz von seinem PKV-Anbieter ein, da dieser ihn nicht daran erinnert hatte, dass der Beihilfeanspruch seines privat versicherten erwachsenen Sohnes erlischt. Aus diesem Grund vergaß der Mann, die Höherversicherung seines Kindes rechtzeitig zu beantragen. Die Konsequenz: Auf den Sohn des Mannes kommen zusätzlich zum Beitrag nun 350 Euro pro Monat zu, da er an einer psychischen Erkrankung leidet, für die seine private Krankenkasse einen Risikozuschlag erhebt. Die nachfolgende Schadenersatz-Klage des Vaters wurde vom Saarländischen Oberlandesgericht mit der Begründung abgewiesen, für die privaten Krankenversicherungen gebe es keine entsprechenden Erinnerungspflichten (AZ: 5 U 428/10-68).

Dauer des Beihilfeanspruchs hat sich geändert

Im Vergleich zum damaligen Zeitpunkt haben Kinder von Beamten heute nicht mehr bis zum 27., sondern maximal bis zum 25. Geburtstag Anspruch auf Beihilfe in der privaten Krankenversicherung. Auch die Frist für die Umwandlung der Teilversicherung der Kinder in eine Krankenvollversicherung hat sich geändert.

Frist für Umwandlung in Krankenvollversicherung beachten

Betrug die Umwandlungsfrist einst zwei Monate, so ist die Höherversicherung von zwanzig auf einhundert Prozent heute in einem Zeitfenster von sechs Monaten rechtzeitig und durch den PKV-Versicherten in eigener Verantwortung auf den Weg zu bringen. Eine weitere Gesundheitsprüfung erfolgt in diesem Zusammenhang nicht. In dem vorgenannten Fall: Der Sohn des Klägers muss sich nun bis zu seinem Studienende mit der privaten Krankenversicherung arrangieren und auch die entsprechenden Risikozuschläge bezahlen.

Fast alle PKV bieten speziellen Studententarif an

Da er im Anschluss an seine akademische Ausbildung als Berufsanfänger mit hoher Wahrscheinlichkeit unter die Grenze für die Versicherungspflicht der PKV fällt, wird der Sohn des Klägers künftig Kunde der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Studenten, die von Beginn über die private Krankenversicherung abgesichert sind, haben bei nahezu allen Anbietern die Möglichkeit, einen speziellen Studententarif in Anspruch zu nehmen. Bei der Entscheidung für eines der beiden Krankenversicherungssysteme gibt es für Studierende also einiges zu beachten. Die Wahl sollte daher sorgfältig und auf Grundlage der gegenwärtigen Lebenssituation sowie zukünftiger Planungen getroffen werden.