Das Jahr 2012 ist zum “Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen” ausgerufen worden. Dies soll in Zeiten, in denen die junge Generation weniger und die alte zahlenmäßig größer wird, ein wichtiges Signal setzen. Zu diesem Anlass hatte der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) zusammen mit der Fédération Francaise des Sociétés d´Assurances (FFSA), der Association of British Insurers (ABI) und dem Versicherungsverband Österreich (VVO) zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Als mustergültiges Beispiel wurde dabei das Modell der privaten Krankenversicherung hervorgehoben. Vor allem durch den Aufbau von Altersrückstellungen würde das System zur Generationensolidarität beitragen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des PKV-Verbands.

Private Kranken- und Pflegeversicherung im Mittelpunkt

Die private Krankenversicherung ist in diesen Tagen zahlreicher Kritik ausgesetzt. Eine große Zahl von Befürwortern des alternativen Modells der Bürgerversicherung fordern eine Abkehr vom ihrer Meinung nach “nicht mehr zeitgemäßen” System der PKV. Gegenargumente liefern nun aber die Verbandsvertreter und der Vizepräsident im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie Thomas Mann, Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP). Sie diskutierten vor über hundert Entscheidungsträgern aus europäischen Institutionen und Vertretungen der Mitgliedsstaaten über die Rolle der privaten Krankenversicherung bei der Unterstützung der staatlichen Sozialversicherungssysteme.

PKV leistet großen Beitrag zur Generationensolidarität

Dabei bestand große Einigkeit darüber, dass nur “mit nachhaltigen und stabilen Finanzierungsmodellen den Herausforderungen einer alternden europäischen Gesellschaft begegnet werden kann”. Insbesondere die europäische Versicherungswirtschaft könne dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Als Beispiel nannten die Akteure das System der privaten Krankenversicherung, da es mit seinem Bestand an angesparten Rückstellungen in Höhe von derzeit mehr als 170 Milliarden Euro besonders generationengerecht sei, „ohne dabei auf staatliche Mittel und damit auf die Steuerzahler“ zurückgreifen zu müssen.

Europapolitiker fordern nachhaltige Strategien

Lenia Samuel, stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten der Europäischen Kommission verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Notwendigkeit einer “umfassenden Strategie zum Umgang mit einer alternden Gesellschaft”. Daher sollten präventive Maßnahmen und die Altersvorsorge stärker öffentlich thematisiert werden. Europaabgeordneter Thomas Mann hob demgegenüber die “Bedeutung generationengerechter Rahmenbedingungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik” hervor.