Verbraucherschützer fordern Nullrunden für Ärzte
Verbraucherschützer fordern Nullrunden für Ärzte

Für das Jahr 2011 rechnet die gesetzliche Krankenversicherung mit einem Defizit von mindestens zehn Milliarden Euro. Ursachen dafür sind neben der demographischen Entwicklung in Deutschland auch  die kontinuierlichen Preissteigerungen auf dem Arzneimittelmarkt, steigende Löhnen der Ärzte und dringender Reformbedarf. Vzbv-Vorstand Gerd Billen kritisierte den Kurs der Krankenkassen und der Politik. Es könne seiner Meinung nach nicht sein, dass die gesetzlich Versicherten Zusatzbeiträge zur Rettung der Krankenkassen zahlen müssten, während andere Interessengruppen ihre Besitzstände wahrten. Ärzte und Krankenhäuser sollten ebenfalls ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten.

Nullrunden auch für Ärzte

Eine Anregung der Verbraucherschützer zu Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezieht sich auf die regelmäßige Einkommenssteigerung der Vertragsärzte. Diese solle künftig, mit Blick auf die Finanzkrise, von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen und auch die aktuellen Einnahmen der GKV ausreichend berücksichtigen.

Der Vzbv-Vorstand kritisierte, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Rentner mit sogenannten Nullrunden leben müssten, während die Gehälter der Ärzte überproportional stiegen. Allein 2009 stiegen die Einnahmen der Ärzte um mehr als drei Milliarden Euro, entgegen dem allgemein fallenden Trend in der Wirtschafts- und Einkommensentwicklung.

Einsparungspotential der Krankenhäuser

Außerdem regt der Bundesverband der Verbraucherzentralen an, in den Krankenhäusern nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. In den vergangenen Jahren seien viele Spezialisierungen vorgenommen worden, die Rationalisierungs- und Produktivitätsgewinne erzielten. Dennoch erhalten die Krankenhäuser bei abnehmenden Kosten für bestimmte Behandlungen weiterhin dieselbe Vergütung.

Die Verbraucherschützer fordern an dieser Stelle eine Überprüfung der tatsächlichen Behandlungskosten und eine entsprechende Angleichung der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. 2009 beschloss die Deutsche Krankenhausgesellschaft zusammen mit dem GKV-Spitzenverband und dem Verband der privaten Krankenversicherung eine Erweiterung des Fallpauschalen-Katalogs um acht zusätzliche Fallpauschalen und 16 Zusatzentgelte.