Versand der elektronischen Gesundheitskarte gestartet
Versand der elektronischen Gesundheitskarte gestartet

Nach acht Jahren politischer Auseinandersetzung um die elektronische Gesundheitskarte der Krankenkassen soll diese sie nun endlich ab Oktober 2011 an die Versicherten ausgegeben werden. Dies gab das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am Dienstag in Berlin bekannt. Momentan würden in Krankenhäusern und Praxen neue Geräte installiert, die die neuen Karten sowie die bisherigen Krankenversichertenkarten (KVK) verarbeiten können, heißt es weiter. Bis Ende des Jahres sollen bundesweit zehn Prozent aller 70 Millionen gesetzlich Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet sein. Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser erhalten zudem eine Pauschale für die Geräteterminals. Voraussetzung ist allerdings, dass die Kartenterminals auch bis zum 30. September 2011 bestellt werden. Lediglich in der Pilotregion Nordrhein wurden die Terminals bereits installiert.

AOK beginnt Versand der eGK

Die AOK Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben bereits mit dem Versand der elektronischen Gesundheitskarten begonnen. Bis Ende 2011 sollen in einem ersten Schritt 400.000 Versicherte mit der neuen Karte ausgestattet werden, die bereits eine Chipkarte mit Bild besitzen oder deren alte Karten die Gültigkeit verlieren. Bis 2013 sollen sich schließlich alle 3,8 Millionen Mitglieder der AOK im Besitz der neuen Karten befinden.

Weitere Aufbaustufen geplant

Die neue Gesundheitskarte enthält laut BMG zunächst neben einem Lichtbild die gleichen Verwaltungsdaten und den gleichen Funktionsumfang wie die Krankenversichertenkarte. Technisch ist die elektronische Gesundheitskarte aber bereits darauf vorbereitet, in weiteren Ausbaustufen auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten sowie Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspenderklärungen aufzunehmen. Darüber hinaus soll die Karte auch die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern zum Beispiel durch den elektronischen Arztbrief verbessern. Der Schutz der sensiblen Gesundheitsdaten sei außerdem gesetzlich verankert und werde durch technische Maßnahmen sichergestellt, versichert das Ministerium.

Elektronische Überweisung für mehr Effizienz

Wie das zuständige Unternehmen ZTG berichtet, bietet die neue eGK auch sogenannte Mehrwertdienste für Versicherte und Mediziner. So könnten Patienten mit der Karte die Praxisgebühr, Selbstzahlerleistungen, Zuzahlungen oder Eigenanteile bargeldlos direkt über ihre Gesundheitskarte abwickeln. Bei dieser Funktion dürfe weder der Zahlungsdiensteanbieter Rückschlüsse auf Umfang und Art der abgerechneten medizinischen Leistungen, noch der Behandelnde Rückschlüsse auf die Finanzsituation des Versicherten ziehen können. Um dies sicherzustellen, werde im Zahlungsfluss ein neutraler Treuhänder zwischengeschaltet.