Abgas
Was sind die Folgen des Skandals? © panthermedia.net / kavita

Der Automobilkonzern Volkswagen wird nach dem Skandal um die manipulierten Abgaswerte auf keine große Unterstützung der Versicherungen bauen können. Die Manager-Haftpflichtversicherung deckt laut Michael Hendricks, Chef des D&O-Maklers Hendricks & Co., nur einen Bruchteil des zu erwartenden Schadens ab.

Versicherung deckt nur minimalen Teil

Hendricks rechnet hierbei mit einer Summe von circa 500 Millionen Euro. Laut Marcel Roeder, Leiter der D&O-Versicherung des Maklers Aon, läge die Summe bei Dax-Konzernen sogar häufig nur bei 400 Millionen Euro. Diese Summen liegen jedoch sehr weit unter dem Schaden: Insgesamt rechnet das Unternehmen Volkswagen mit einem Schaden von rund 6,5 Milliarden Euro. Hinzu könnten noch Strafzahlungen von bis zu 16,1 Milliarden Euro kommen, die dem Konzern in den USA drohen.

Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn

Die Directors- and Officers-Versicherung (D&O) sichert Manager bei Versäumnissen und Verfehlungen genau gegen solche Schadensersatzforderungen ab. Aufsichtsräte und Vorstände müssen sogar bereits dann haften, wenn sie den Kontrollpflichten nicht nachgekommen sind. Nachdem in den letzten Tagen einige Strafanzeigen gegen Martin Winterkorn eingegangen sind, hat die Braunschweiger Staatsanwaltschaft am gestrigen Montag ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen VW-Chef eingeleitet. Winterkorn war am vergangenen Mittwoch zurückgetreten, nachdem das Ausmaß des Skandals öffentlich geworden war. Das Unternehmen räumte ein, dass rund 11 Millionen Fahrzeuge von der Manipulation der Abgaswerte bei Dieselmotoren betroffen sind. Laut eigenen Aussagen hat Winterkorn von den Machenschaften nichts gewusst. Die Suche nach den Verantwortlichen läuft bei VW derzeit auf Hochtouren.

Neue Versicherungspflicht notwendig?

Sollten sich Großunternehmen selbst gegen ihr Scheitern versichern müssen? Dies wird in der Öffentlichkeit nun hitzig diskutiert. Schließlich besteht laut vieler Experten die Möglichkeit, dass der Staat bei einer drohenden Insolvenz eines solchen Großkonzerns eingreifen würde, um die 265.000 Jobs in Deutschland zu retten. Dies hätte er schließlich schon in der Vergangenheit bei geringeren Anlässen getan. Viele Gründe sprechen für eine derartige Rettung, wie die hohe Anzahl der Arbeitsplätze und der drohende konjunkturelle Einbruch. Jedoch ist bei einem staatlichen Eingriff mit Konsequenzen für den Steuerzahler zu rechnen. Aus diesem Grund sprechen sich einige Experten für eine Änderung des bisherigen Systems aus und fordern für Unternehmen, die als „too big to fail“ eingestuft werden, eine gesetzliche Pflicht für die Abgabe von Beiträgen in einen Fonds. Denn dadurch, so die Hoffnung, müssten weder Unschuldige noch Unbeteiligte für den finanziellen Schaden gerade stehen.