Wann der Wechsel der privaten Krankenversicherung lohnt
Wann der Wechsel der privaten Krankenversicherung lohnt

PKV Beitragserhöhungen von durchschnittlich zehn Prozent sind keine Seltenheit zum Jahresbeginn 2011 in der privaten Krankenversicherung (PKV). Bereits Ende 2010 haben viele der knapp neun Millionen Privatpatienten von ihrer Versicherung die Mitteilung bekommen, dass die Beiträge zur Krankenversicherung angepasst werden. Einige hatten Glück und die Anpassung betrug nur wenige Euro. Teilweise wurden die Beiträge sogar gesenkt. Viele Tarife, in denen eine Anpassung notwendig wurde, wurden jedoch teurer. Abhängig vom Anbieter und Tarif sowie gewählten Leistungen betrug die Steigerung in Einzelfällen sogar bis zu 50 Prozent. Im Durchschnitt lagen die Beitragserhöhungen jedoch zwischen 0,5 und 10 Prozent. Beitragserhöhungen ziehen ein Sonderkündigungsrecht für Versicherte nach sich und berechtigen zum Wechsel. Doch ob ein Wechsel tatsächlich lohnt, ist für jeden Versicherten unterschiedlich zu beantworten.

Sonderkündigungsrecht ermöglicht PKV Wechsel

Sobald die Versicherung eine Erhöhung der PKV-Beiträge angekündigt hat, tritt ein Sonderkündigungsrecht in Kraft, das einen Wechsel kurzfristig möglich macht. So kann man den teuren Tarif sofort verlassen und sich einen günstigeren Tarif beim selben Unternehmen oder einen anderen Anbieter suchen. Beides ist jedoch meist mit finanziellen Verlusten verbunden. Nur günstige Konditionen im neuen Tarif können diesen Verlust ausgleichen, sodass der Wechsel unterm Stricht lohnt.

Krankenversicherung nicht voreilig wechseln

Auch oder gerade wegen des kurzfristigen Sonderkündigungsrechts raten Verbraucherschützer und Verbände dazu, einen Wechsel im Vorfeld sehr genau zu prüfen. Der Bund der Versicherten beispielsweise, das Bundesversicherungsamt oder auch der Verband der Ersatzkassen warnen einhellig davor, den bestehenden Tarif voreilig zu kündigen. Auch wenn die Prämien deutlich ansteigen, sollte man berücksichtigen, dass Altersrückstellungen durch den Wechsel verloren gehen. Außerdem wird in der Regel im neuen Tarif eine neue Gesundheitsprüfung fällig, und das Einstiegsalter ist ebenfalls zwangsläufig höher als im Alttarif. Diese Faktoren nehmen maßgeblich Einfluss auf die Kosten im neuen Tarif. Der Wechsel lohnt nur, wenn der neue Tarif trotz ungünstigerer Startbedingungen den Verlust der Altersrückstellungen ausgleichen kann.

PKV-Tarife vergleichen

Wie in anderen Bereichen und der Versicherung sollte vor einem Wechsel ein gründlicher Tarifvergleich stehen. Der Bund der Versicherten warnt davor, auf die Lockangebote der privaten Krankenversicherung einzugehen. Tarife für unter 100 Euro im Monat sind meist mit sehr hohen Selbstbeteiligungen und überdurchschnittlichen Beitragssteigerungen im Alter verbunden. Wer dagegen in einem Vergleich auf Tarife achtet, die von Stiftung Warentest geprüft wurden, hat gute Chancen einen langfristig vorteilhaften Tarif zu finden.

Kosten zur privaten Krankenversicherung

Die Kosten zu einer privaten Versicherung sind nicht abhängig vom Einkommen. Sondern von den oben genannten Faktoren (Einstiegsalter, Gesundheitszustand sowie gewählte Leistungen). Daher ist eine PKV vor allem für junge gesunde Menschen mit gutem Einkommen lohnenswert. Wer eine Familie mit Kindern hat, sollte schon genauer hinschauen, da die Familienversicherung in der PKV anders geregelt ist. Dennoch kann auch hier für Menschen mit sehr hohem Einkommen eine private Krankenversicherung lohnen.