Die Einkommensgrenzen 2012 für die Krankenversicherung werden zwar erst im Oktober in Stein gemeißelt und verabschiedet. Der erste Entwurf, den das Bundessozialministerium jetzt vorgelegt hat, lässt aber keinen Zweifel daran, dass der Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung schwerer wird. Der Grund: Die Jahresarbeitsentgeltgrenze oder auch Versicherungspflichtgrenze steigt um über 1.000 Euro von derzeit 49.500 auf 50.580 Euro (4237,50 Euro pro Monat). Nur wenn das persönliche Einkommen diesen Wert in einem Jahr übersteigt, steht der Weg in die private Krankenvollversicherung offen.

Nachdem die größten Hürden für den Wechsel in die PKV im vergangenen Jahr entschärft wurden – die Drei-Jahres-Frist entfiel und die Jahresarbeitsentgeltgrenze sank –, wachsen sie nun wieder um ein paar Zentimeter respektive Euro. PKV-Aspiranten, die den Schritt in die private Krankenversicherung bislang noch nicht gewagt haben, sollten jetzt Nägel mit Köpfen machen, um von den niedrigeren Pflichtgrenzen zu profitieren. Allerdings erst, nachdem das Für und Wider mit einem Experten besprochen wurde. Schließlich handelt es sich nicht um eine 50-Euro-Police, sondern um eine weitreichende Entscheidung. Abgesehen von potentiellen Neukunden bringen die neuen Werte auch für Bestandskunden Nachteile: Liegt ihr Einkommen unterhalb der Vorgabe, gilt für sie wieder die Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse.

Angehoben wird auch die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Beiträge für die GKV entrichtet werden müssen. Sie steigt von 44.550 Euro (3.712,50 Euro monatlich) auf 45.90 Euro (3.825 Euro monatlich. Das heißt, Besserverdiener werden ab 2012 etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Aktuell liegt der Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse bei 575,44 Euro im Monat. Künftig sind es 592,88 Euro. Dieser Betrag gliedert sich in 314,65 Euro Arbeitnehmeranteil und den Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 279,23 Euro. Selbständige müssen den Beitrag komplett selbst bestreiten und zahlen ab 2012 rund 17 Euro mehr im Monat, sofern sie exakt an der Beitragsbemessungsgrenze liegen oder sie überschreiten.