Weitere 22 Krankenkassen mit schlechter finanzieller Bilanz
Weitere 22 Krankenkassen mit schlechter finanzieller Bilanz

Als erste Krankenkasse muss die City BKK geschlossen werden. Auch der Zusatzbeitrag in Höhe von 15 Euro konnte die drohende Insolvenz nicht abwehren. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatte angeblich bereits vor der Insolvenz der Betriebskrankenkasse vor einer “potenziellen Gefährdung” weiterer Krankenkassen gewarnt. Diese seien aufgrund einer angespannten Finanzlage in ihrer Existenz bedroht, zitierte die “Wirtschaftswoche” aus internen Schätzungen des Verbandes. Welche Kassen konkret gefährdet seien, machte der GKV-Spitzenverband jedoch nicht öffentlich. Bekannt ist lediglich, dass die betroffenen Krankenkassen rund 28 Millionen Menschen versichern, was laut dem Bericht 40 Prozent aller Versicherten entspricht. Zudem kritisierte Hans Unterhuber, Chef der Siemens Betriebskrankenkasse SBK, dass die Kassen ihre Bilanzen nicht veröffentlichen müssen. Der GKV Spitzenverband gilt als Bindeglied zwischen Krankenkassen und Politik.

22 weitere Krankenkassen von Pleite bedroht

Der GKV-Spitzenverband habe “vermehrte Anhaltspunkte für eine potenzielle Gefährdung” bei insgesamt 23 Krankenkassen gesehen, geht aus dem Bericht des Wirtschaftsmagazins hervor. Die Autoren berufen sich dabei auf interne Unterlagen der GKV von vor der Schließung der City BKK. Demnach wären jetzt weitere 22 Kassen wegen finanzieller Schieflage existenziell bedroht.

Forderung nach mehr Transparenz

Welche Krankenkassen explizit betroffen seien, wurde von Seiten des Spitzenverbandes jedoch nicht gesagt. Doch einige Kassen machen in den Medien durch die Einführung eines Zusatzbeitrages, finanzielle Probleme oder Bemühungen um Fusionen immer wieder auf sich aufmerksam. Darunter die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), die BKK Gesundheit, Vereinigte IKK, BKK für Heilberufe und die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK). SBK Chef Hans Unterhuber fordert in diesem Zusammenhang mehr Transparenz: “Selbst Kassenvorstände mahnen seit Jahren im Gesundheitsministerium und bei der Versicherungsaufsicht mehr Transparenz an”. Nur das Bundesversicherungsamt und der GKV Spitzenverband hätten die völlige Transparenz, griffen aber seiner Meinung nach nicht rechtzeitig durch.

City BKK: Schließung bis 01. Juli 2011

Die zahlreichen Mitglieder der bankrotten City BKK müssen währenddessen bis zum 01. Juli eine neue Krankenkasse suchen. Gesetzliche Krankenkassen, die Versicherten von insolventen Kassen den Beitritt verwehren, drohen zudem künftig Sanktionen. Ein entsprechender Gesetzentwurf befindet sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) kurz vor der Fertigstellung.