Zahnarztbehandlung: Bald bis zu 20 Prozent teurer
Zahnarztbehandlung: Bald bis zu 20 Prozent teurer

Der Bericht der “Welt” beruft sich dabei auf aktuelle Schätzungen der PKV. Ihr Verband, der mindestens 14 Prozent Steigerung beim Zahnarzthonorar für realistisch und 20 Prozent als Möglichkeit ansieht, geht von Kosten aus, die mehr als doppelt so hoch sind als die zuvor von der Politik prognostizierten. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte mit ungefähr sechs Prozent Honoraranstieg oder 345 Millionen Euro Zusatzeinnahmen für die behandelnden Zahnärzte kalkuliert. Das hat Auswirkungen auf Versicherte in der privaten Krankenversicherung, aber auch Kassenpatienten mit einer privaten Zusatzversicherung für Zahnarztleistungen.

Die Gründe für die differierenden Prognosen

Grundlage für die große Differenz zwischen den Prognosen von BMG und PKV ist die Tatsache,  dass Zahnärzte bei Privatrechnungen den zu jeder Behandlung gehörenden Gebührensatz mit unterschiedlichen Steigerungsfaktoren multiplizieren können. Die Zahnärzte verfügen also über einen Spielraum, der laut PKV-Angaben immer öfter in Anspruch genommen wird. Demnach hätte es von Beginn des Jahrtausends bis 2009 eine 65-prozentige Erhöhung der Abrechnungen gegeben, bei denen der Regelfaktor 2,3 überschritten worden sei.

Wachsende Bedeutung der Zahnzusatzversicherung

Mit steigenden Kosten für die Versicherten wächst die Bedeutung der Zahnzusatzversicherung weiter. Sofern ein Zahnersatz medizinisch notwendig ist und von dem Zahnarzt im Heil- und Kostenplan bescheinigt wird, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse einen Anteil von nur 50 Prozent. Im Rahmen von Bonusregelungen können weitere Zuschüsse hinzukommen. In einem Bonusheft müssen regelmäßig wahrgenommene Vorsorge-Untersuchungen bestätigt werden. In diesem Fall gewährt die Krankenkasse einen Zuschuss bis maximal 65 Prozent der Regelversorgung. Sieht man von diesem Zuschuss ab, muss der Patient den übrigen Betrag der Zahnbehandlung als Eigenanteil übernehmen. Vor diesem Hintergrund lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung.

Warum eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist

Während sich die Zahnbehandlung auf den Erhalt bzw. die Pflege der natürlichen Zähne sowie des natürlichen Zahnhalteapparates bezieht, ist unter Zahnersatz das Ersetzen der natürlich fehlenden Zahnsubstanz zu verstehen. Abhängig davon, welches der beiden genannten Modelle angewandt wird, können sich wesentliche preisliche und Abweichungen hinsichtlich des Leistungsumfangs der Angebote ergeben. Daher empfiehlt es sich, den Rat eines Zahnarztes einzuholen. Insbesondere im Falle einer Zahnbehandlung ist aus Kostengründen das Einholen mehrerer Therapievorschläge vernünftig. Gesetzlich Versicherte, die die finanzielle Belastung so gering wie möglich halten möchten, ohne dabei bei der Auswahl der Behandlungsmethoden Abstriche zu machen, werden nicht darum herum kommen, eine private Zahnzusatzversicherung abzuschließen.