Krankenkassen wollen Rechnungen der Zahnärzte kontrollieren
Krankenkassen wollen Rechnungen der Zahnärzte kontrollieren

Nach der aktuellen GOZ bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nur noch die wirtschaftlich kostengünstigeren Behandlungen. In der Praxis bedeutet dies, dass beispielsweise im Fall einer Zahnfüllung lediglich die Kosten für eine Amalgamfüllung übernommen werden. Wer jedoch ein Inlay aus Keramik oder Kunststoff bevorzugt, zahlt die meist dreistellige Differenz zum Kassenbeitrag selbst. Um einiges teurer wird es, wenn Implantate als Zahnersatz notwendig werden. Diese entfallen komplett im Leistungskatalog der GKV und müssen somit zu 100 Prozent von den Patienten getragen werden. Dabei entstehen mit Behandlungs- und Laborkosten meist vierstellige Beträge.

Teure Kredite vermeiden und Zuzahlungen senken

Wer sich mit derartigen Kosten konfrontiert sieht, der muss entweder auf private finanzielle Rücklagen zugreifen oder in den sauren Apfel eines Kredit beißen. Dass dies kein Einzelfall mehr ist, beweist die Wirtschaftswoche. Nach einem Bericht des Magazins rangierten 2013 Kredite für Zahnbehandlungen auf Platz 10 bei den häufigsten Gründen für eine Kreditaufnahme. Doch dazu muss es nicht kommen. Denn wer beim Zahnersatz nicht auf die günstigen Kassenleistungen zurückgreifen möchte oder kann, der ist mit einer privaten Zahnzusatzversicherung gut beraten. Zwar kann auch hierdurch keine hundertprozentige Kostenübernahme erreicht werden, doch der Eigenanteil wird drastisch gesenkt.

Zahnzusatzversicherungen bei Stiftung Warentest

In ihrer Ausgabe vom Mai 2012 verglich Finanztest 147 Angebote für eine private Zahnzusatzversicherung und stellte dabei große Unterschiede fest. Während 33 Angebote für ihre Leistungen mit der Beurteilung “sehr gut” abschnitten, konnten 23 Policen lediglich das Prädikat “ausreichend” erlangen. Beachtenswert dabei: Bei den Top-Tarifen konnte ein Kostenübernahme von circa 75 Prozent erzielt werden. Im Gegensatz dazu übernahmen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich um die 13 Prozent des Leistungsumfangs.

Leistungen vergleichen und passenden Tarif finden

Entscheidend für die Wahl des richtigen Tarifs sind verschiedene Faktoren. So sollte bei der Wahl der Police nicht nur das Leistungsspektrum die entscheidende Rolle spielen. Aspekte wie der genaue Bezug der prozentualen Erstattung (Gesamtrechnung vs. Erstattungsanteil der GKV), die Leistungsstaffelung (Übernahmegrenze in den ersten Jahren) und die Altersrückstellung (Beitragskontinuität bis ins Alter) geben wichtige Hinweise über die Tauglichkeit eines potentiellen Angebots. Verbraucherschützerin Weidenbach proklamierte in diesem Zusammenhang: „Es gibt auf dem Versicherungsmarkt kaum etwas komplizierteres als die Tarifstruktur der Zahnzusatzpolicen.” Sie legt deshalb Interessierten nahe, sich unabhängig und professionell beraten zu lassen.

Kleingedrucktes beachten und rechtzeitig versichern

Bei Vertragsabschluss ist außerdem darauf zu achten, ob und in welchem Rahmen Wartezeiten zu beachten sind. Zumeist beinhalten Zahnzusatzversicherungen eine Frist von sechs bis acht Monaten. Erst im Anschluss an diesen Zeitraum übernimmt die Versicherung die Kosten für die vereinbarten Behandlungen. Deshalb ist es wichtig, die Police bereits im Vorfeld abzuschließen. Hinzu kommt, dass die Kosten aktueller Behandlungen nicht übernommen werden. Dies bestätigte auch das Oberlandesgericht Karlsruhe in zwei Beschlüssen (Az.: 12 U 153/12 und 12 U 127/12), welche den Versicherern zweier Patienten Recht gaben, die Kosten der jeweiligen Inlay-Behandlungen nicht übernehmen zu müssen. Bereits vor Versicherungsabschluss war den Patienten die Notwendigkeit der Behandlung bekannt gewesen.

Grundsätzlich gilt also: Wer bestimmte Zahnbehandlungen versichern möchte, sollte dies vor der Diagnose eines Problems tun, ansonsten werden die Behandlungskosten nicht erstattet – mit oder ohne Wartezeit.