Zukunftsmarkt BKV: Die Betriebliche Krankenversicherung
Zukunftsmarkt BKV: Die Betriebliche Krankenversicherung

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist bereits weithin bekannt und in über der Hälfte aller deutschen Betriebe Normalität geworden. Der Arbeitgeber beteiligt sich an der Altersvorsorge seiner Angestellten und wird damit attraktiv für Arbeitnehmer. Nach diesem Vorbild wurde auch schon die betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV) eingeführt. Arbeitgeber investieren in die Gesundheit ihrer Angestellten – ein Pluspunkt im Kampf um die besten Fachkräfte, wie Winfried Großmann, Abteilungsdirektor der Gruppenversicherung für die Hallesche Krankenversicherung, betont. Auch andere Branchenkenner sehen in diesem Modell viel Zukunftspotenzial, darunter Christian Mylius und Tim Netterscheid (Zeitschrift für Versicherungswesen 20/10). Sie haben das Potenzial der betrieblichen Krankenversicherung untersucht. Das Modell der kollektiven Krankenversicherung gibt es zwar schon seit längerem, allerdings ist ihr Marktanteil von derzeit 9,1 Prozent eher gering. Experten sehen hierin enormes Potenzial für die Unternehmen der privaten Krankenversicherung.

Win-Win für Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch BKV

Folgt man der Argumentation von Mylius und Netterscheid, dann sind Möglichkeiten hinsichtlich der Vermarktung dieser Vertriebsidee durchaus vielseitig. Zum einen könnte sich das Konzept an der bereits existenten betrieblichen Altersvorsorge orientieren. Für den Arbeitnehmer würde eine kollektive Krankenzusatzversicherung innerhalb seines Unternehmes steuerliche Einsparmöglichkeiten bedeuten. Gleiches gilt für den Arbeitgeber. Durch die Entgeltumwandlung kann dieser Sozialversicherungsabgaben sparen. Für den Arbeitnehmer würden sich neben der Möglchkeit die Familienmitlgieder kostengünstig mit versichern zu lassen auch die Gesundheitsprüfung viel einfacher gestalten. Der Arbeitgeber hätte mit diesem integrierten Verischerungskonzept außerdem vor allem eines erreicht: Eine gesteigerte Attraktivität und damit eine bessere Positionierung im Kampf um die raren Talente. Lediglich der administrative Mehraufwand sei als Kritikpunkt genannt.

Zusatzversicherungen ebenfalls von Interesse

Weiter ins Detail gehend, könnte man Krankenzusatzversicherungen im "Kollektiv" anbieten. Zahnzusatzversicherungen sind hierbei stets von besonderem Interesse, aber auch und vor allem im Bereich der Pflegeversicherung gäbe es ein nicht zu verachtendes Vermarktungspotenial. Einer Studie zufolge, befürchten 81 Prozent der Deutschen im Alter pflegebedürftig zu werden. Allerdings haben bisher erst 36 Prozent entsprechend (durch Zusatzversicherungen) für die Zukunft vorgesorgt. Hier klaffe eine riesige Vermarktungslücke, die es auszuschöpfen gelte.

Das neue System der Ganzheitlichkeit

In der Schweiz gäbe es bei dem Versicherungsunternehmen CSS bereits “ganzheitliche” Vermarktungsansätze. Ein sogenanntes beriebliches Gesundheitsmanagment würde gezielt Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten bzw. zu verbessern. Bertiebseigene Ärzte könnten über Honorare sogar zusätzliche Einnahmen für die Unternehmen generieren. Auch wenn das Konzept in dieser Form noch nach Zukunftsmusik klingt, so wird doch deutlich: Der Ansatz der kollektiven Krankenversicherung ist gut für die PKV, denn er bietet ein enormes Vermarktungspotential. Und für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben sich beiderseits viele interesante Vorteile. Die kollektive Krankenversicherung könnte für die private Krankenversicherung einer der Märkte der Zukunft werden.