Zusatzbeitrag der BKK Westfalen-Lippe entfällt nach Fusion
Zusatzbeitrag der BKK Westfalen-Lippe entfällt nach Fusion

Der Markt der Krankenversicherungen ist in Bewegung. Seit Mitte 2008 ist die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen von 217 auf jetzt 160 gesunken. Der Kostendruck ist seit Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar 2009 stark angestiegen. Einige Krankenkassen, unter anderem die BKK Westfalen-Lippe, mussten daher Zusatzbeiträge von ihren Versicherten verlangen und verloren in der Folge viele Mitglieder durch das Sonderkündigungsrecht. Einen Ausweg bieten Fusionen mit Krankenkassenpartnern: Durch Einsparungen vor allem in den Verwaltungskosten kann so die Wettbewerbsfähigkeit einer Krankenkasse gesteigert werden. So gingen nun die Verwaltungsräte der BKK vor Ort, der BKK N-ERGIE und der BKK Westfalen-Lippe vor. Unter dem Namen BKK vor Ort werden in Zukunft 620.000 Versicherte ohne Zusatzbeitrag betreut – speziell zur Freude der Versicherten der BKK Westfalen-Lippe: Diese Krankenkasse verlangte eine zusätzliche Pauschale von zwölf Euro von ihren Mitgliedern. Nach der Fusion entfällt dieser Zusatzbeitrag ab dem 1. Oktober 2010, denn die Finanzierung der neuen BKK vor Ort ist gesichert.

BKK vor Ort erstattet vorgestreckten Zusatzbeitrag

Keinen Grund zur Verunsicherung gibt es dabei für die ehemaligen Versicherten der BKK Westfalen-Lippe, die ihren Zusatzbeitrag in Vorkasse gegeben hatten. Dies bot die Krankenkasse an, um Verwaltungskosten einzusparen. Versicherte, die ihre Zusatzbeiträge für die Monate Oktober, November und Dezember bereits vorgestreckt haben, erhalten diese automatisch ohne Antrag zurückerstattet. Laut Aussagen der BKK vor Ort sei dies den Kunden bereits mit Erhalt der neuen Versichertenkarte mitgeteilt worden.

Fusionen im AOK-Verbund

Ebenso kam es zum 1. Oktober zu Fusionen bei den Ortskrankenkassen (AOK): Die AOK Schleswig-Holstein fusionierte mit der AOK Westfalen-Lippe zur AOK Nordwest. Mit 2,8 Millionen Versicherten bildet dieser Versicherer nach eigenen Aussagen nun die zehntgrößte gesetzliche Krankenkasse der Bundesrepublik. „Die AOK Nordwest wird weiterhin keinen Zusatzbeitrag erheben“, heißt es vom Vorstandsvorsitzenden Martin Litsch. Auf Grund einer vorausschauenden Finanzpolitik verfügt die Krankenkasse über die vorgeschriebenen Betriebsmittel und Rücklagen. Zum Jahreswechsel wird es zu weiteren Zusammenschlüssen kommen: Die AOK Berlin-Brandenburg und die AOK Mecklenburg-Vorpommern fusionieren zur AOK Nordost, gefolgt von der AOK Plus und der AOK Hessen, die ihre Versicherten ab dem 1. Januar 2011 weiterhin unter dem Namen AOK Plus betreuen werden.

Private Krankenversicherung fusioniert ebenfalls

Zu einem Zusammenschluss kam es zum 1. Oktober auch bei der privaten Krankenversicherung (PKV). Die Victoria Krankenversicherung wird mit ihren Tarifen in die DKV, dem Krankenversicherer der Ergo Versicherungsgruppe, übergehen. Alle Versicherungsverträge, gegebenen Leistungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen bleiben dabei erhalten.