Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte im Test
Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte im Test

Die meisten Versicherer bieten Zusatzversicherungen als Paket an, das mehrere Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung gleichzeitig schließen kann. In einem solchen gebündelten Schutz sind in den meisten Fällen die Kosten für Sehhilfen oder Zahnersatz erfasst. Es gibt noch weitere Leistungen, so zum Beilspiel eine Krankenversicherung bei Auslandsreisen. Für eine Behandlung beim Heilpraktiker sehen die meisten der untersuchten Tarife einen Zuschuss vor. Eine Police, die nur Naturheilverfahren und Behandlungen beim Heilpraktiker abdeckt, vertreiben nur zwei Versicherer. Die Tester haben die entsprechenden Leistungen für Heilpraktiker, Brillen und Zahnersatz untersucht. Wer ausgesprochen ausgedehnte Leistungen in allen drei Bereichen haben möchte, der ist bei der Schweizer Versicherung CSS am besten aufgehoben.

Besuch beim Heilpraktiker wird nicht übernommen   

Gesetzliche Krankenkassen zahlen kaum für Behandlungen nach alternativen Heilmethoden wie Akupunktur oder Homöopathie. Die Kosten für den Heilpraktiker werden gar nicht übernommen. Wenn man sich als Patient auf die entsprechenden Behandlungen einlassen will, dann lohnt sich unter Umständen eine Zusatzpolice, die ausschließlich die Heilpraktikerbehandlung abdeckt. Voraussetzung ist aber eine kontinuierliche Behandlung, die mehrere hundert Euro im Jahr ausmacht. Bei nur gelegentlichen Besuchen beim Heilpraktiker lohnt sich eine so spezielle Zusatzversicherung nicht, denn der eingezahlte Betrag wird dann höher sein als die Leistungen aus der Versicherung.

Zusatzpolicen müssen überprüft werden

Allerdings sind nicht alle Tarife für Heilpraktiker unbedingt empfehlenswert. Nur fünf der getesteten Zusatzversicherungen schneiden auf diesem Sektor gut ab. Außer der CSS bietet die Gothaer Krankenversicherung drei Tarife mit guten Heilpraktikerleistungen, die Süddeutsche Krankenversicherung verkauft ebenfalls einen akzeptablen Tarif. Die meisten Tarife sind deshalb nicht sehr günstig, weil die Versicherer oft die Leistungen eingrenzen. Es gibt beispielsweise Klauseln, nach denen zwar 80 Prozent der Rechnungen übernommen werden, doch gibt es einen jährlichen Höchstbetrag. Ist der erreicht, erfolgt keine Zahlung mehr.

Zusatzversicherung mit Biss

Eine Zahnzusatzversicherung ist für viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung fast schon ein Muss. Die Krankenkassen zahlen zu jeder Behandlung nur einen festgelegten Zuschuss. Wird der Zahnersatz kostspielig, wie das zum Beispiel bei Implantaten der Fall ist, müssen die Versicherten den größten Teil selbst zahlen. Es können hohe Kosten entstehen, die von einer Zahnzusatzversicherung abgefangen werden können.

Guter Durchblick mit Zusatzpolicen

Brillen müssen seit 2004 von den gesetzlich Versicherten selbst gezahlt werden. Zuschüsse erhalten lediglich noch Versicherte mit schweren Behinderungen ihrer Sehfähigkeit. Die Brillenfassung muss selbst gezahlt werden. Das gilt auch für eigentlich notwendige Extraleistungen wie die Entspiegelung oder gar die Tönung der Gläser, die schon länger nicht mehr erstattet werden. Die sehr praktischen und für viele Berufe auch nützlichen Gleitsichtgläser sind zudem sehr teuer. Angebote von Zusatzversicherungen für Brillen sind durchweg akzeptabel, haben die Tester von Finanztest herausgefunden. Wer allerdings als Brillenträger eine solche Zusatzversicherung abschließen will, muss sich mit höheren Beiträgen abfinden.

Korrekter Vertragsabschluss unabdingbar    

Bei den privaten Krankenversicherern ist es üblich, dass vor Abschluss eines Vertrages Gesundheitsfragen gestellt werden. Bei schweren oder chronischen Erkrankungen kann der Versicherer den Antrag ablehnen oder Risikozuschläge verlangen. Aber es völlig unsinnig, solche Risiken zu verschweigen. Wenn falsche oder verschwiegene Angaben später aufgedeckt werden, so geht der Versicherungsschutz verloren. Auch eine eilige Versicherung greift nicht, wenn die Diagnose vorher gestellt und eine Behandlung empfohlen wurde. Alle Versicherer haben Wartezeiten von drei Monaten. Für den ersten Besuch beim Zahnarzt müssen sogar acht Monate verstrichen sein.

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