Bundeszentrale ruft zur Impfung gegen neue Grippewelle auf
Bundeszentrale ruft zur Impfung gegen neue Grippewelle auf

Die letzte Grippewelle hat besonders lange angehalten. Rund 19 Wochen lang grassierte die Influenza und machte besonders Menschen der Altersgruppe zwischen 15 und 59 Jahren zu schaffen. 3,4 Millionen Menschen wurden in der letzten Grippesaison 2012/2013 krankgeschrieben, die höchste Zahl seit dem Jahr 2003. Während dieser Zeit mussten ungefähr 7,7 Millionen Patienten den Arzt wegen einer Infektion mit dem Influenza-Virus aufsuchen. Diese sehr hohe Zahl wurde nur in der Saison 2004/2005 übertroffen. Diese Daten sprechen eine deutliche Sprache und machen die außergewöhnliche Intensität der letzten Erkrankungswelle deutlich. Für RKI-Präsident Reinhard Burger ist klar, dass der Verlauf einer Grippesaison nicht vorhersehbar ist. "Die Schutzmöglichkeiten durch Impfung und Hygiene sollten immer genutzt werden", macht Burger deshalb klar.

Informationen zum Pro und Kontra von Impfungen  

Rechtzeitige Vorbeugung ist ausschlaggebend

Die effektivste Zeit für die Schutzimpfung sind die Monate Oktober und November. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die Impfung für ältere Menschen ab 60 Jahre. Auch Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma sollten sich auf jeden Fall impfen lassen. Gerade bei diesem Personenkreis kann eine Grippeerkrankung schlimme Folgen haben. Auch schwangere Frauen, medizinische Mitarbeiter und alle Menschen, die mit Risikopatienten umgehen, sollten sich impfen lasen. Das gilt ebenso für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und deren Betreuer. Nach Angaben der STIKO ist in allen Risikogruppen die Impfrate zu niedrig.

Ausreichender Impfstoff vorhanden

Wenn die Impfung in der optimalen Zeit versäumt hat, der kann die Immunisierung auch später nachholen. Selbst während der Grippewelle kann eine Impfung noch sinnvoll sein. Allerdings ist das Risiko einer Ansteckung dann größer. Es dauert einige Zeit, bis der Impfschutz tatsächlich wirkt. Die Schutzimpfung ist in jedem Jahr nötig. Das Grippevirus ist sehr wandlungsfähig und verändert sich permanent. Deshalb muss der Impfstoff immer wieder angepasst werden. Nach Angaben des PEI ist man gut auf die Grippe vorbereitet. Das Institut hat bisher die Genehmigung für über zehn verschiedene Impfstoffe erteilt. Bisher wurde über zehn Millionen Dosen Impfstoff freigegeben, und das Verfahren läuft weiter. "Wir sind also gut auf die beginnende Impfsaison vorbereitet", sagt Klaus Cichutek, der Präsident des PEI.

Hygiene schützt vor Ansteckung

Doch nicht nur mit der Impfung kann man sich gegen eine Grippeerkrankung schützen. Vor allem Menschen mit erhöhtem Risiko sollten während der Grippesaison größere Menschensammlungen meiden. Auch wenn man auf Menschen trifft, die offensichtlich an einer Erkrankung der Atemwege leiden, sollte man Abstand halten. Das Grippevirus verbreite sich durch Tröpfcheninfektion, sodass man sich leicht durch Husten, Niesen oder auch nur beim Sprechen mit einem Infizierten anstecken kann. Auch häufiges und gründliches Händewaschen kann eine Ansteckung mit dem Grippevirus verhindern.

Schlimme Auswirkungen der Grippe

Die Grippe ist eine ernsthafte Erkrankung und keine harmlose Erkältung. Die Folgen können schwerwiegend sein. Durch die Schwächung des Immunsystems durch die Grippeviren können andere Bakterien ungehindert in den Organismus eindringen. Folgen können Gehirnhaut- und Lungenentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels und gefährliche bakterielle Infektionen der Atemwege sein. Ein wirksamer Impfschutz kann helfen, diese gravierenden und auch tödlichen Folgen zu verhindern.