Diskussion um giftige Stoffe in Energiesparlampen
Diskussion um giftige Stoffe in Energiesparlampen

Zunehmend ersetzen Energiesparlampen die herkömmlichen Glühbirnen in den Regalen der Verkaufsstellen. Viele Haushalte haben ihre Lichtquellen nahezu vollständig durch die neuen sparsamen Lampen ersetzt. Zum einen versprechen Energiesparlampen einen effektiven Umweltschutz und zum anderen verringern sie auf Dauer die Stromrechnung. Untersuchungen im Auftrag des NDR-Verbrauchermagazins "Markt" haben jetzt jedoch ergeben, dass die Lichtquellen beim Leuchten bedenkliche krebserregende Stoffe auslösen. Bei den Tests wurden "deutlich messbare Mengen" an Phenol festgestellt. Dieser Stoff stehe im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Außerdem seien noch weitere giftige Stoffe entdeckt worden. Das Bundesumweltamt gab dagegen bereits Entwarnung.

Phenol in Energiesparlampen

In seiner Stichprobe hatte der NDR fünf Energiesparlampen verschiedener Hersteller getestet und in einem Labor untersuchen lassen. Überprüft wurde, ob die eingeschalteten Ökobirnen flüchtige organische Verbindungen ausdünsten, die gesundheitsschädigend sein können. Nach Angaben des NDR beinhalteten alle getesteten Lampen diverse giftige Stoffe, darunter Phenol, das im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Laut Peter Braun, Sachverständiger für Innenraumschadstoffe, sei zudem besonders bedenklich, dass alle untersuchten Lampen im Betrieb die gefährlichen Substanzen an die Umwelt abgäben.

Bundesumweltamt relativiert Gefahr

Das Bundesumweltamt widersprach dieser Einschätzung jedoch in einer Stellungnahme. "Aus diesen Messwerten ergibt sich aus unserer Sicht keine Gefahr", sagte ein Sprecher des Bundesamtes. Die nachgewiesene Konzentration sei äußerst gering und daher nicht relevant. Das vom NDR beauftragte Labor habe neue Energiesparlampen in einer kleinen Prüfkammer drei Tage brennen lassen. Emissionen seien dabei zu erwarten gewesen. Das Labor habe aber nur die Konzentration in der Prüfkammer angegeben, nicht die Konzentration in einem realen Wohnraum, so die Kritik der Umweltexperten. Übertragen auf einen realen Wohn- und Arbeitsraum seien die gemessenen Konzentrationen vermutlich vernachlässigbar gering.

Schon geringe Mengen schädlich

Experten zufolge sollte der Mensch möglichst wenig Kontakt mit den nachgewiesenen Stoffen haben. Schon in geringsten Mengen können derartige Verbindungen das Krebsrisiko erhöhen, erklärte Braun gegenüber dem Sender. Zwar räumt auch der NDR ein, dass das Volumen der Prüfkammer 22,5 Liter betragen habe und die Konzentration in Wohnräumen damit geringer sei. Dennoch sollten die gefährlichen Stoffe umgehend aus der Umgebung des Menschen verschwinden.