EHEC: Kind stirbt an gefährlichem Lebensmittelkeim
EHEC: Kind stirbt an gefährlichem Lebensmittelkeim

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 1000 Infektionen mit EHEC registriert. Da die Erkrankung in der Regel eher mild verläuft, bleibt sie von vielen Betroffenen meist sogar unbemerkt. Im vergangenen Frühjahr wurde Deutschland allerdings von einer regelrechten EHEC-Epidemie überrascht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden 2011 fast 4000 Fälle von EHEC gemeldet, 800 davon mit einem schweren Krankheitsverlauf. Nachdem es einige Zeit still war um den Virus, ist nun ein erneuter Todesfall bekannt geworden. Ein sechsjähriges Mädchen aus Hamburg ist in der Nacht zum Sonntag an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben. Die Gesundheitsbehörde Hamburg spricht allerdings von einem tragischen Einzelfall.

Trotz Dialyse keine Verbesserung

Das Kind hatte bereits zu Beginn der vergangenen Woche erste Anzeichen einer Infektion mit dem gefährlichem Keim gezeigt. Als sich ihr Zustand zunehmend verschlechterte, wurde das Mädchen im Krankenhaus behandelt. Leider konnte auch eine Dialyse das Befinden der Sechsjährigen nicht mehr verbessern. Am Sonnabend soll sie schließlich in eine Art Koma gefallen und später gestorben sein.

Untersuchung von Lebensmitteln und Einzelhandel

Das Hygieneinstitut untersucht nun zahlreiche Lebensmittelproben aus dem Kühlschrank der Familie und dem Geschäft, wo die Familie regelmäßig ihre Lebensmittel kaufte. Erste Ergebnisse werden noch im Laufe des heutigen Nachmittages erwartet. Die Gesundheitsbehörde der Hansestadt hat außerdem das Umfeld des Mädchens auf mögliche EHEC-Infektionen untersucht. Während die Stuhlprobe des Kindes positiv auf den Darmkeim getestet wurde, kann eine Ansteckung innerhalb der Familie bislang ausgeschlossen werden. Entwarnung gab es auch für die Mitschüler und Lehrer des Kindes, das die Gorch-Fock-Schule und den dazugehörigen Hort in Hamburg Blankenese besuchte. Da die anderen Kinder aus dem Schulhort keine Symptome zeigen, gehen die Behörden davon aus, dass der Keim nicht durch das dortige Mittagessen übertragen wurde.

Strenge Überwachung von EHEC-Infektionen

Die Gesundheitsbehörde riet der Schulleitung zunächst davon ab, alle Eltern der Mitschüler über die Erkrankung zu informieren. Die Leiterin hatte nun nach dem Tod des Mädchens allerdings eine Mail an die Eltern gesendet, in denen sie ihnen freistellte, ihre Kinder am Montag in die Schule zu schicken.

Die Erkrankung mit EHEC wird in Deutschland sehr streng überwacht. Daher ist auch jede Infektion umgehend an die Behörden zu melden. Die Krankheit beginnt mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall. Beim schweren Verlauf leiden die Betroffenen unter Entzündungen im Darm, die blutigen Durchfall oder sogar Nierenversagen verursachen können. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 53 Menschen an einer EHEC-Infektion.