Hohes Hepatitis B Risiko in der Türkei
Hohes Hepatitis B Risiko in der Türkei

Viele Reisende wollen bei ihrem Besuch in der Türkei auch in die Traditionen eintauchen. Für einige Urlauber ist dies der spannende Besuch eines orientalischen Marktes, für andere könnte das eine Rasur beim Barbier sein. In Deutschland sucht man solche Barbiere meisten vergebens. Doch vor einem solchen "Abenteuer" warnt jetzt allerdings der Berufsverband der deutschen Internisten. Eine türkische Studie ergab, dass etwa sieben Prozent der Rasiermesser in den Barbierläden mit Hepatitis-B-Viren verunreinigt sind. Als Hauptursachen werden die mangelhafte Reinigung der Klingen sowie die allgemeinen hygienischen Bedingungen benannt.

Mögliche Infektionsquellen

Da die Rasiermesser üblicherweise mehrfach benutzt werden, ist eine Ansteckung mit dem Virus nicht unwahrscheinlich. Meist beginnt die Infektion über kleine Wunden oder Risse in der Haut. Ähnlich wie bei HIV werden die Erreger nämlich über das Blut oder durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, jedoch ist die Ansteckungsgefahr bei Hepatitis B einhundert Mal so hoch wie beim HI-Virus. Nicht umsonst ist die Lebererkrankung mit etwa 350 Millionen infizierten Menschen die weltweit häufigste Virusinfektion. Somit sind nicht nur die traditionellen Barbierbesuche ein möglicher Übertragungsweg. Auch Schönheitsbehandlungen, Maniküre, Fußpflege sowie Tätowierungen und Piercings gelten als mögliche Infektionsquellen.

Einige Regionen stärker betroffen

Auch in der Türkei ist Hepatitis B ein weit verbreitetes Problem. Etwa 12 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind an dem Virus erkrankt. Besonders betroffen davon sind Regionen im Osten und Südosten des Landes. Die Krankheit wird nur selten rechtzeitig bemerkt, denn zwei Drittel der betroffenen Personen haben keinerlei Symptome. Üblicherweise dauert es mehrere Monate, manchmal sogar Jahre, bis es zum Ausbruch der Krankheit kommt. Einhergehende Symptome sind eine Gelbfärbung der Haut, dunkler Urin, Schmerzen im Oberbauch oder am rechten Rippenbogen. Auch typische Grippesymptome wie Gliederschmerzen und Übelkeit können auf eine Erkrankung mit dem Hepatitis-B-Virus hinweisen.

Impfung schützt

Die Lebererkrankung kann das Leben der Betroffenen erheblich einschränken und einen schweren Verlauf nehmen. Neben Schwierigkeiten bei der Blutgerinnung kann sie außerdem Schäden im Gehirn verursachen. Bei bis zu zehn Prozent der Erkrankten kann es zu einem chronischen Leiden kommen, das Risiko für Leberkrebs steigt somit um ein Vielfaches. Die Behandlung einer chronischen Hepatitis B ist nach Expertenaussagen nicht immer sofort erfolgreich, darum ist eine Impfung die beste Maßnahme, um sich vor dem Virus zu schützen.