Marihuana weniger schädlich für die Lunge als Tabak
Marihuana weniger schädlich für die Lunge als Tabak

Das jedenfalls hat eine amerikanische Langzeitstudie ergeben.Die "Coronary Artery Risk Development in Young Adults" (CARDIA) hat seit 1985 eine Gruppierung von über 5000 Männern und Frauen wissenschaftlich begleitet. Zu Anfang der Studie waren die Teilnehmer zwischen 18 und 30 Jahre alt. Rund ein Drittel der Gruppe gab den Konsum von Marihuana an. Die meisten der Probanden rauchten nach ihren eigenen Angaben nur gelegentlich Cannabis. Durchschnittlich konnte man von einem Konsum von 2 bis 3 Joints im Monat ausgehen. Dagegen rauchten die Tabakraucher der Gruppe zwischen acht und neun Zigaretten täglich. Bei den Rauchern konnten die Wissenschaftler um Mark Pletcher von der Universität in San Francisco eine deutliche Verminderung des Lungenvolumens feststellen. Das ist bei Rauchern auch nicht weiter verwunderlich und war zu erwarten.

Durch Marihuana bessere Lungenwerte

Nach ihren eigenen Aussagen waren die Forscher aber erstaunt, als sie die Lungenfunktion der Konsumenten von Marihuana untersuchten. Bei bis zu sieben "Joint-Jahren" war sogar eine leichte Anhebung des Lungenvolumens festzustellen. Zur Erläuterung: Man spricht von einem "Joint-Jahr", wenn pro Tag ein Joint über sieben Jahre oder aber ein Joint pro Woche über 49 Jahre hinweg geraucht wurde. Aus ärztlicher Sicht kommt es nach zehn Joint-Jahren zu einer Verschlechterung der Lungenwerte, doch so lange wird kaum ein Marihuana-Raucher konsumieren können.

Marihuana ist trotzdem nicht unbedenklich

Die Verbesserung des Lungenvolumens war durchaus messbar. Allerdings war es nicht klinisch relevant, so dass die Betroffenen nichts davon merken konnten. Es ist auch zu vermuten, dass durch der im Vergleich zu den Tabakrauchern geringe Konsum dazu führt, dass keine negativen Auswirkungen auf die Lunge festgestellt werden konnten. Doch diese Ergebnisse bedeuten nun auf keinen Fall, dass Marihuana vollkommen unschädlich ist. Für die Autoren der Studie ist der medizinische Einsatz von Marihuana aus der Sicht eines Lungenfacharztes unbedenklich. Der Wirkstoff der Pflanze, das THC, kann zur Behandlung von Schmerzen, bei Stimmungsschwankungen oder Appetitmangel eingesetzt werden. Doch vorrangig junge Menschen können sich durch den Konsum von Marihuana in Gefahr bringen.

Konsum in Deutschland rückläufig

THC steht im Verdacht, mentale und psychotischen Störungen zu verursachen. Deshalb ist auch ein medizinischer Einsatz für Menschen mit psychischen Problemen nicht ratsam. Auch aus diesem Grund ist das Rauchen von Marihuana ihn den meisten US-Bundesstaaten verboten. Allerdings darf es in einigen Bundesstaaten bei der Behandlung von Krebs oder Aids eingesetzt werden. In Deutschland geht nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) der Konsum von Cannabis deutlich zurück. Nach einer Studie aus dem letzten Jahr greifen immer weniger Jugendliche zu diesem Rauschmittel. Für die Bundeszentrale eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Wirkung des Rauschmittels nicht völlig untersucht  

Die krampflösende Wirkung des THC ist unbestritten. Die neue Studie widerspricht auch der verbreiteten Auffassung, dass Cannabis größeren Schaden anrichten kann als Tabak. Trotzdem bleibt Marihuana ein Rausch- und Betäubungsmittel, das bei ständigem und dauerhaftem Konsum die Gesundheit schädigen kann. Vor allem die schädlichen Auswirkungen der Droge auf Psyche und Geist sind sehr umstritten und noch nicht vollständig untersucht und nachgewiesen.