Neues Medikament gegen Malaria und MRSA in Sicht
Neues Medikament gegen Malaria und MRSA in Sicht

Seit einigen Jahren beschäftigt sich eine Forschungsgruppe aus den USA mit der Rotalge Callophysus serratus, welche vor den Fidschi-Inseln heimisch ist. Diese Rotalge enthält mehrere chemische Gruppen und Verbindungen, von denen einige der Malaria entgegen wirken können. Diese bekämpfen den Parasiten Plasmodium falciparum, welcher Malaria auslöst. In dem natürlichen Lebensraum der Alge kommen viele Pilze vor. Um sich vor diesen zu schützen, nutzt die Rotalge die verschiedenen Chemikalien. Auch der Malaria-Erreger kann durch diese chemischen Verbindungen beschädigt werden. Aber nicht nur das, auch der sehr resistente Krankenhauskeim MRSA kann durch die Substanzen der Rotalge getötet werden. Auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Washington stellte das Team rund um die Wissenschaftlerin Julia Kubanek ihre bisherigen Ergebnisse vor.

Chemikalien gegen Pilze

Beim Tauchen in den Korallenriffen der Fidschi-Inseln machten Wissenschaftler eine bedeutsame Beobachtung. In den Riffen sind viele Mikroorganismen heimisch, welche sämtliche Oberflächen besiedeln. Die Oberfläche der Rotalge Callophycus serratus war jedoch erstaunlich sauber. Mit den eigens produzierten chemischen Verbindungen schützt sich die Alge gegen den Befall durch Pilze oder andere Mikroorganismen.

Weitere Beobachtungen

Die Chemikalien sind jedoch nicht gleichmäßig über die Oberfläche der Rotalge verteilt. Lediglich an bestimmten Stellen, wie beschädigten Teilen oder Verletzungen, waren sie zu finden. Julia Kubanek vermutet, dass die Chemikalien Wunden der Alge wie ein Verband verschließen und damit vor äußeren Einflüssen schützen. Dabei wirken die chemischen Verbindungen hauptsächlich gegen Pilze. In Labortests fanden die Forscher aber auch heraus, dass die Chemikalien auch gegen andere Mikroorganismen wirken.

Neue Medikamente

Besonders wichtig waren diese Entdeckungen in Hinsicht auf den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum, welcher ebenfalls durch die chemischen Verbindungen der Rotalge abgetötet werden kann. Schon kleine Mengen sind dafür ausreichend. Jedoch bedeutet dies leider nicht, dass es schon bald ein Medikament gegen Malaria geben wird. Diese Forschungsergebnisse dienen lediglich als Vorlage für die Entwicklung eines Medikaments, welche noch länger dauern kann. Es sind noch viele Forschungen und auch Tests notwendig.

Bisher ist unklar, ob diese Chemikalien für Menschen oder Tiere ebenso schädlich sind oder ob sich ihre Wirkung auch in einem Organismus entfalten. Die heutigen Medikamente gegen Malaria nehmen immer mehr an ihrer Wirkung ab, da die Erreger immer neue Resistenzen entwickeln. Laut WHO erkranken weltweit jährlich zwischen 300 und 500 Millionen Menschen an Malaria, eine Million davon verstirbt an der Erkrankung.