Pille
USA erlaubt Lustpille für die Frau © panthermedia.net / Andriy Popov

In den USA wurde sie bereits zugelassen: Pink Viagra, so der Name der Pille. Als ein Allheilmittel für weibliche Unlust verspricht sie bahnbrechende Erfolge. Dabei soll die Pille ursprünglich nicht für die Steigerung der Libido, sondern vielmehr als Antidepressivum entwickelt worden sein.

Flibanserin soll Lust steigern

Der im Pink Viagra enthaltene Wirkstoff Flibanserin sollte ursprünglich gegen Depressionen eingesetzt werden. Doch das deutsche Pharmaunternehmen, welches den Wirkstoff entwickelte, erhielt auf dem deutschen Markt keine Zulassung. Die Rechte wurden an ein amerikanisches Unternehmen in North Carolina verkauft. Die Steigerung der weiblichen Libido als Nebenwirkung des Medikaments war zu diesem Zeitpunkt schon bekannt. Erneut wurde das Medikament jedoch wegen zu geringer Wirksamkeit und zu häufigen Nebenwirkungen abgelehnt. Hartnäckig legte das Unternehmen Berufung ein, diesmal mit Erfolg. Der Weg für die Lustpille auf dem amerikanischen Markt war nun frei.

Nebenwirkungen nicht auszuschließen

Es liegt nicht unbedingt eine sexuelle Störung vor, wenn sich die sexuelle Lust bei der Frau verringert. Laut Experten ist hier ein Griff zum Wirkstoff Flibanserin nicht notwendig. Zudem sollen Tests bewiesen haben, dass Flibanserin eine tägliche Einnahme von 100 Milligramm voraussetzt, um dabei zwischen 0,5 und 1 sexuelles Erlebnis mehr im Monat herbeizuführen. Eine Einnahme zur sofortigen Luststeigerung ist nicht möglich. Denn das Medikament wirkt über den Stoffwechsel im Gehirn und dies auch nur sehr langsam. Dabei sind die möglichen Nebenwirkungen beachtlich. Neben Übelkeit und Schwindelgefühl, niedrigem Blutdruck und Schläfrigkeit kommen auch Ohnmachtsanfälle hinzu. Die Nebenwirkungen können durch den Genuss von Alkohol noch erschwert werden.

Gefahr der vorschnellen Diagnose

Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), zeigt sich zurückhaltend im Bezug auf das Medikament „Pink Viagra“. In ihren Augen bestünde die Gefahr einer vorschnellen Diagnose sexueller Funktionsstörungen, obwohl die Probleme der Patientin auch durch ein psychotherapeutische Gespräch gelöst werden könnten. So würden gesunde Frauen zur Einnahme eines Medikaments gebracht, dessen Wirkung minimal im Vergleich zu möglichen Neben- und auch Wechselwirkungen sei. Ob das Pink Viagra auch für den deutschen Markt zugänglich wird, kann heute noch nicht gesagt werden.