RKI rät: FSME-Impfung jetzt auffrischen
RKI rät: FSME-Impfung jetzt auffrischen

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres kommen unangenehme Zeitgenossen wieder aus ihren Löchern: Zecken. Damit steigt auch das Risiko, an einer Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Art der Hirnhautentzündung, zu erkranken. Davor warnt jetzt die Universität Hohenheim. Die Gefahr sei zwar vergleichsweise gering, sich in Deutschland mit einer schweren FSME anzustecken. Doch jeder Betroffene sei angesichts wirksamer, preisgünstiger und nebenwirkungsarmer FSME-Impfstoffe einer zu viel. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) allen Personen diese Schutzmaßnahme, die in FSME-Risikogebieten von Zeckenstichen bedroht sind. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden im vergangenen Jahr 260 Patienten mit FSME in Deutschland registriert – 104 davon in Bayern und 118 in Baden-Württemberg. Aber auch Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen ist Vorsicht geboten.

FSME kann zum Tod führen

Bei einem Zeckenbiss gelangen Krankheitserreger in die Wunde des Wirtes, da die Parasiten während des Saugvorgangs die unverdaulichen Nahrungsreste des Blutes wieder in die Wunde zurückgeben. Die möglicherweise daraus resultierenden FSME-Erkrankungen haben langfristige gesundheitsschädigende Folgen. Anfänglich werden Betroffene von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen geplagt. Später können Lähmungen, Atemprobleme, Bewusstseinsstörungen, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen bis hin zum Koma oder Tod folgen.

Impfung und richtige Kleidung sind wichtig

Laut einer Langzeitstudie genesen nur rund 20 Prozent aller FSME-Infizierten wieder vollständig. Deswegen sollten besonders Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, gegen FSME impfen lassen. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten hierfür. Wichtig ist aber vor allem, Zeckenbisse gleich ganz zu verhindern. Langärmlige Oberteile, lange Hosen – beides möglichst in weiß –, sowie festes Schuhwerk bieten einen relativ zuverlässigen Schutz gegen die Blutsauger, die am liebsten im Gras und auf Wiesen auf ihre Opfer warten. Außerdem sollte der Körper bei der Heimkehr nach Holzböcken intensiv abgesucht werden. Hat es doch ein Insekt geschafft sich festzubeißen, sollte es mit einer feinen Pinzette möglichst ohne Drehbewegungen herausgezogen werden. Wer sich das nicht zutraut, geht am besten zum Arzt.

Borreliose mit Antibiotika gut behandelbar

Ein Mediziner sollte auch dann aufgesucht werden, wenn sich nach einem Zeckenbiss die grippeähnlichen Symptome einer FSME-Erkrankung einstellen oder sich um die Einstichstelle ein großer roter Fleck bildet. Dieser deutet typischerweise auf eine Borreliose hin, gegen die man sich nicht impfen lassen kann und die man sich praktisch überall in Deutschland einfangen kann. Auch bei einer Borreliose treten grippeähnliche Symptome auf, die möglichst frühzeitig behandelt werden sollten. Mit Antibiotika können gute Erfolge erzielt werden. Bleibt die Borreliose unbehandelt, können die Erreger anfangen im Körper zu streuen und zahlreiche weitere Symptome wie Gelenkschmerzen, Störungen des Tastsinns, Sehstörungen und Herzprobleme auslösen.