Studie: Längeres Leben durch hohes Einkommen
Studie: Längeres Leben durch hohes Einkommen

Geld verdirbt bekanntlich den Charakter, fördert aber die Gesundheit. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergeben. Den Ergebnissen zufolge haben Frauen mit einem hohen Monatseinkommen von etwa 4000 bis 5000 Euro eine höhere Lebenserwartung als Frauen mit einem Verdienst von weniger als 1000 Euro monatlich. Das Institut untersuchte dafür stichprobenartig Daten der Deutschen Rentenversicherung. Insgesamt wurden die Daten von 400.000 Frauen ausgewertet, die alle für mindestens 25 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hatten und zwischen 1994 und 2005 verstorben waren. Friedrich Beyer von der Universität Konstanz und Jan Marcus vom DIW achteten bei ihren Untersuchungen jedoch darauf, dass nur Daten von Frauen mit einem eigenen Einkommen berücksichtigt werden. „Frauen, die zu den oberen zehn Prozent der Verdiener gehören, leben etwa drei Jahre länger als Frauen aus den niedrigsten zehn Prozent“. Angeheiratete Frauen, die ihren Wohlstand erst durch ihre Heirat erlangt haben, wurden in den Untersuchungen nicht einbezogen.

Bereits frühere Studien

Ähnliche Studien wurden schon des öfteren bei wohlhabenden Männern durchgeführt. In den Ergebnissen spiegelte sich wider, dass besserverdienende Beschäftigte bis zu fünf Jahre länger leben als Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen. Bei Frauen ist dieser Zusammenhang allerdings sehr viel schwerer nachzuweisen. Durch die klassische Rollenverteilung der Geschlechter ist eine Unterscheidung zwischen dem Arbeits- und Haushaltseinkommen einer Frau sehr kompliziert, während bei einem Mann diese Einkommen meist identisch sind. Bei der DIW-Studie wurde das Haushaltseinkommen erstmals von dem Arbeitseinkommen getrennt.

Bildung fördert die eigene Gesundheit

Die beiden Forscher gehen davon aus, dass eine gute Bezahlung einen gewissen Bildungsstandard voraussetzt. Durch gute Bildung sei auch der Umgang mit der eigenen Gesundheit sehr viel verantwortungsvoller. In der Regel rauchen wohlhabende Frauen weniger und treiben mehr Sport. Und selbst wenn sie mal erkranken sollten, sei es eine einfache Grippe oder eine schwerwiegendere Krankheit: Wohlhabendere Menschen können sich bessere Medizin und intensivere Behandlungen leisten, was ihre Genesungs- und Überlebenschancen deutlich erhöht. Bei dem schlechter situierten Teil der Bevölkerung hingegen sinkt die Lebenserwartung. Regelmäßiger Tabak- und Alkoholkonsum, wenig Bewegung oder eine ungesunde Ernährung führen immer häufiger zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen gesundheitlichen Einschränkungen.

Kommentare